Wegen Konsolidierung bei Sechzig TSV 1860: Ex-Löwe Hofmann kritisiert - "Das ist Verarschung der Fans!"

Einst Bundesliga-Torhüter des TSV 1860: Michael Hofmann, hier bei einem Spiel der Legenden-Mannschaft der Löwen. Foto: imago/Eibner

Michael Hofmann holt zu einer Generalkritik aus: Der frühere Bundesliga-Keeper des TSV 1860 analysiert die Lage beim Löwen knallhart.

 

München - Michael Hofmann gilt als kritischer Beobachter des TSV 1860 - und nach wie vor leidenschaftlich verbunden mit "Münchens großer Liebe". Wie sich die Löwen momentan entwickeln, scheint dem einstigen Bundesliga-Torwart der Giesinger offenbar überhaupt nicht passen. Mehr noch: Er macht sich offensichtlich gehörig Sorgen.

Michael Hofmann pflichtet Benny Lauth bei

Nachdem Ex-Torjäger Benjamin "Benny" Lauth zuvor bereits im AZ-Interview die Querelen und internen Streitigkeiten zwischen den beiden Gesellschaftern der KGaA deutlich angeprangert hatte, legte nun Hofmann nach.

"Wenn Benny Lauth diese Aussage trifft, ein Rekordtorschütze für diesen Verein, ist das keine Provokation, sondern eine Aussage mit Weitblick. Man braucht einen klaren Plan, eine Vision. Wenn sich die Gesellschafter nicht einig werden, hast du dieses Problem immer", meinte der 46-Jährige im BR: "Jetzt hat Daniel Bierofka nach dem Absturz den ersten Schritt geschafft. Du gehst mit einer verjüngten Mannschaft durch die Regionalliga. Jetzt musst du schon wissen: Gehört Sechzig München zurück in die Bundesliga? Oder man wird in den Niederungen verschwinden?"

Benny Lauth kritisiert: "Keine Lösungen"

Hofmanns Ex-Mitspieler Lauth hatte im Gespräch mit der AZ eine angeblich fehlende Perspektive der Sechzger moniert. "Die Streitereien zwischen den Bossen und Investor Ismaik blockieren den ganzen Verein. Was mich stört: Es gibt so viele Baustellen, aber keine Lösungen", hatte sich der heute 37-Jährige geäußert. "Sechzig hat keinen Plan für die Zukunft – ich kann zumindest als Außenstehender keinen erkennen."

Hofmann wurde nun gefragt, ob er der Meinung sei, dass mehr Ex-Löwen in die Entscheidungsstrukturen eingebunden werden müssten. "Es gibt ja Leute. Ein Benny Lauth ist für mich ein Wahnsinnslöwe. Ein Bernhard Winkler wurde letztes Jahr auf der Mitgliederversammlung davongejagt. Auch bei mir gab es schon öfter die Frage, jetzt habe ich andere Aufgaben", sagte der Torwart-Trainer von Bayernliga-Spitzenreiter Türkgücü München: "Bierofka wird sich nicht davonstehlen, außer, man jagt ihn davon. Er hat den Verein gerettet. Aber wenn alles sportlich einigermaßen läuft, muss man doch sehen, dass die politische Schiene auch einigermaßen passt. Das sind Sachen, die machen einen einfach traurig "

Michael Hofmann: "Schaumschläger und Falschspieler"

Er selber habe bei Sechzig "einige Schaumschläger und Falschspieler" kennengelernt, meinte Hofmann weiter. Mit Blick auf die bevorstehende Konsolidierung samt drastischer Etat-Kürzung sagte er: "Es wird auch weitergehen, wie Günther Gorenzel (Sportchef, d. Red.) sagt. Aber wenn man erst mit einem Fünf-, dann mit einem Drei- und Zweijahresplänen kommt, ist das Verarschung der Fans. Die Unruhe, diese politische Seite, wird diesen Verein nie erfolgreich werden lassen - egal wer Trainer ist, ob Bierofka oder ein anderer. Es kann für 1860 München einfach nicht das Ziel sein, um Platz 15 zu spielen!"

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