Wechsel zu den Linken Rita Braaz: Die Rosa Liste verliert ihre bekannteste Frau

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Rita Braaz, "Letra"-Fachfrau und ehemalige CSD-Sprecherin, kandidiert 2020 für die Linken, statt für die Rosa Liste. Foto: ho

Nach Oberbürgermeister-Kandidat Thomas Lechner kandidiert nun auch Rita Braaz für die Linken in der Münchner Kommunalwahl 2020. Ein Wechsel hat sich schon seit einiger Zeit angebahnt.

 

München - Als eine "bunte Mischung aus neuen und alten Gesichtern", bezeichnen die Münchner Linken ihre Stadtratsliste, die sie am Samstag aufgestellt haben. Neu ist auch der Name auf Platz 5. Denn dort steht eine Kandidatin, die 2014 noch für Platz 2 der schwul-lesbischen Rosa Liste kandidierte:

Rita Braaz (parteilos) von der Lesbenberatungsstelle "Letra". Braaz ist nicht der erste prominente Name, der die Rosa Liste verlassen hat. Auch Thomas Lechner, ebenfalls parteilos und Organisator der #ausgehetzt-Demos, kandidiert 2020 für die Linken – als OB-Kandidat.

Rita Braaz: Wechsel zur Linken

Gibt es etwa Knatsch bei der Rosa Liste? Stadtrat Thomas Niederbühl bestreitet das. Dennoch ist der gemeinsame Wechsel von Rita Braaz und Thomas Lechner kein Zufall. Niederbühl erzählt: "Die beiden haben sich echt gefunden." Erste Anzeichen gab es schon beim Christopher Street Day (CSD), bei dem Braaz Sprecherin ist. Schon dort hatte sie im Gespräch mit der AZ Lechner als OB-Kandidaten angepriesen. Dass ihr Wechsel mit ihrer Begeisterung für Lechners Politik "von der Straße ins Rathaus" zu tun hat, bestätigt Braaz auch gestern: "Ich bin von Lechner überzeugt – zudem schlägt mein Herz eigentlich schon immer links."

Niederbühl vermutet einen weiteren Grund: Braaz nehme der Rosa Liste noch heute übel, dass man sich vor der Wahl 2014 gegen eine Listenverbindung mit den Grünen entschieden hat. Nach dem damaligen Wahlrecht hätten die Reststimmen, die bei den Grünen nicht für einen weiteren Sitz gereicht haben, an die Rosa Liste gehen können. Dann wäre Braaz, damals Listenplatz 2, doch noch in den Stadtrat eingezogen.

Obwohl er wohl zwei seiner bekanntesten Kandidaten verloren hat, zeigt sich Niederbühl für die Aufstellung der Liste am 19. Oktober optimistisch. Einen OB-Kandidaten werde man da nicht ernennen, sondern hinter Katrin Habenschaden (Grüne) stehen. Ob Lechner es mit dem Listenplatz 4 in den Stadtrat schafft? Niederbühl hält ihn für "chancenlos".

Linke will vier Stadtrats-Sitze

Die Linke, die bei der Bundestagswahl 2017 in München auf 8,1 Prozent gekommen ist, sieht das anders: Auf Platz 1 hat sie Stefan Jagel (35) gesetzt (der sich bei der Abstimmung gegen Stadtrat Cetin Oraner durchgesetzt hat). Er soll als Gewerkschaftssekretär und Sprecher des Volksbegehrens Pflegenotstand viele Wähler aus diesen Bereichen gewinnen.

Linke-Landessprecher Ates Gürpinar: "Unsere Mitgliederzahlen in München steigen permanent. Wir peilen mindestens vier Sitze an, wenn nicht sogar sechs."

 

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