Wechsel vom FC Bayern Mario Götze wieder ein Dortmunder: Endlich zuhause

, aktualisiert am 21.07.2016 - 16:59 Uhr
Jetzt ist es fix: Mario Götze tauscht das rot-weiße wieder gegen das schwarz-gelbe Trikot. Foto: imago/Sven Simon

Die Rückkehr ist perfekt: Mario Götze spielt ab sofort wieder für den BVB, seinen Wechsel zum FC Bayern bereut er im Nachhinein. „Der Transfer ist für alle Parteien eine gute Lösung“, sagt Rummenigge.

 

München/Dortmund - Es gab ihn ja, diesen Moment, als Mario Götze kurz davor war, es doch noch zu schaffen beim FC Bayern, endlich wichtig zu werden, unverzichtbar, wie zuvor bei Borussia Dortmund.

Pep Guardiola erinnerte sich. „Mario hat bei mir gut gespielt“, sagte der Katalane am Mittwochabend, als die Meldung von Götzes beschlossener Rückkehr zum BVB die Runde machte, „besonders im dritten Jahr war er in einer großen Form, aber dann hat er sich verletzt.“ Guardiola dachte an jene Partien im Herbst 2015, als sich Götze in die Bayern-Startelf gespielt hatte, mit seinen Dribblings und Toren wie beim 5:1 Anfang Oktober gegen Dortmund, als Götze einen seiner besten Auftritte im roten Dress zeigte. Wenige Tage später zog sich der 24-Jährige im Länderspiel gegen Irland eine schwere Muskelverletzung zu. Sein Stammplatz war futsch. Und Götze wurde nie wieder so wichtig für Pep.

"Seriöse Verhandlungen"

Seit diesem Donnerstag steht endgültig fest, dass es für Götze keine Perspektive mehr bei den Bayern gibt. Was sich schon seit Wochen abgezeichnet hat, wurde offiziell bestätigt: Der Weltmeister spielt ab sofort wieder für den BVB, 26 Millionen Euro überweisen die Dortmunder laut „Kicker“ nach München, Götze erhält einen Vierjahresvertrag. 2013 war er für 37 Millionen zu den Bayern gewechselt. „Die Gespräche sind sehr fair und seriös abgelaufen, dafür möchten wir uns bei Borussia Dortmund und Mario sowie seinem Vater und Berater bedanken“, sagte Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

Götze selbst erklärte in einer Mitteilung des BVB, dass der Wechsel zu den Bayern im Nachhinein ein Fehler gewesen sei. Er blicke „mit anderen Augen auf meinen damaligen Entschluss“ und würde die Entscheidung „so heute auch nicht mehr treffen! Wenn ich nun in meine Heimat zurückkehre, möchte ich versuchen, alle Menschen – gerade auch die, die mich nicht mit offenen Armen empfangen – durch Leistung zu überzeugen. Es ist mein Ziel, wieder meinen besten Fußball zu spielen.“ Endlich zuhause! „Er wollte nicht ins Ungewisse, er wollte zu uns“, sagte BVB-Trainer Thomas Tuchel: „Es geht ums Sich-Aufgehoben-Fühlen. Deswegen der Schritt zurück nach Dortmund. Dieses Gefühl versuchen wir, Mario zu vermitteln.“

"Ich werde Mario vermissen"

Götzes alte Kollegen hatten sich bereits am Mittwoch nach dem 1:0 im Test gegen Manchester City verabschiedet. „Ich werde Mario vermissen, auch weil er mein Kabinen-Nachbar war“, sagte Franck Ribéry: „Natürlich war es nicht so eine gute Situation für ihn hier beim FC Bayern, weil er öfter verletzt war und das Selbstvertrauen fehlte. Er muss wieder zurück zu seinem Vertrauen und zum Spaß finden. Mario hat es in Dortmund schon einmal sehr gut gemacht.“

Carlo Ancelotti wollte den Deal noch nicht bestätigen, sein Statement glich aber einem Abschiedsgruß. „Wenn Mario geht, wünsche ich ihm alles Gute für die neue Saison“, sagte der Italiener. Ancelotti hatte Götze bereits vor Wochen in einem Telefonat eröffnet, dass er nicht mit ihm plane. Anschließend hatte der Offensivstar öffentlich betont, sich bei den Bayern durchsetzen zu wollen. Doch zu diesem Zeitpunkt hatte der Klub bereits über Götzes Abschied entschieden. „Ich denke, der Transfer ist für alle Parteien eine gute Lösung“, meinte Rummenigge. Götze und die Bayern – das passte einfach nicht.

„Es ist sehr schade für Mario, er hätte das verdient gehabt“, sagte Guardiola, der Götze einmal mehr als „einen der professionellsten Spieler, die ich in meiner Karriere kennengelernt habe“, bezeichnete. „Er ist ein guter Typ, ein guter Mensch. Und er fokussiert sich 24 Stunden am Tag auf Fußball. Ich wünsche ihm nur das Beste.“ Warum aber vertraute Pep seinem Spieler dann so selten? In den großen Partien der Champions League saß Götze meist auf der Bank. „Wir hatten teilweise sieben Stürmer“, sagte Guardiola. Eine richtige Erklärung hatte er aber auch nicht parat. Nun liegt es an Peps Freund, BVB-Trainer Thomas Tuchel, Götze wieder in eine ähnliche Form wie im Herbst 2015 zu bringen.

 

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