Waschmittel aus Kaffeesatz Die "Boarische Soaffa": Seife für den guten Zweck

Eva Hummel hält einen Prototypen der Kaffeeseife in den Händen, deren nostalgische Aufmachung auch Touristen ansprechen soll. Foto: Eva Hummel

Studierende wollen zusammen mit Menschen mit Behinderung eine besondere Seife herstellen – aus Kaffeesatz. Wer hinter der Idee steckt und welche Vorteile das urige Waschmittel bietet.

Regensburg - Eine "saubere Sach’" soll sie sein, die "Boarische Soaffa", die aus Kaffeesatz hergestellt wird. Regensburger Studenten des Vereins Enactus wollen sie mit Bewohnern der Barmherzigen Brüder produzieren, um ein nachhaltiges, handgemachtes Produkt und Arbeitsplätze zu schaffen.

"Kaffee ist das beliebteste Getränk der Deutschen und jeden Morgen fallen unzählige Tonnen an Kaffeesatz an. Für uns ein reichhaltiger Schatz an wertvollen Ölen, voller pflegender Eigenschaften", erklärt Eva Hummel, die das Seifenvorhaben leitet. Außerdem verbindet Enactus soziales Engagement und unternehmerische Tätigkeit. Die BWL-Studentin hatte früher bei den Barmherzigen Brüdern Ferienjobs. Diese Mischung war die Idee hinter "Boarische Soaffa".

Hans Emmert, Geschäftsführer der Barmherzigen Brüder Behindertenhilfe, hat einen Seifen-Prototyp in seiner Schreibtischschublade. Die Idee beeindruckt ihn. Auch die Recycling-Idee passe zur Einrichtung: "Nachhaltig gewirtschaftet haben Ordensleute schon seit Jahrhunderten."

Geheimwaffe in der Küche

Grau-braun, gesprenkelt mit schwarzen Kaffeekörnchen, ist die "Boarische Soaffa" zuerst einmal kein wirklicher Hingucker. Aber sie kommt ohne chemische Zusätze aus und gilt als Geheimwaffe in der Küche: Waschen mit Kaffee kann Gerüche an den Händen beseitigen, zum Beispiel nach dem Schneiden von Zwiebeln oder Knoblauch. Dazu kommt, dass die Naturseife mit Kaffeesatz einen wunderbaren Peelingeffekt besitze. Einen Eigengeruch nach Kaffee, wie man vermuten könnte, hat sie nicht.

Der Kaffeesatz wird in den Wohnheimen und Werkstätten der Barmherzigen Brüder gesammelt. Zum eigenen Rezept der Studenten kommen noch Sonnenblumen-, Raps- und Kokosöl. Natronlauge darf bei der Seife auch nicht fehlen.

Hauptzutat ist der soziale Gedanke

Eine zentrale Zutat für die "Boarische Soaffa" ist der soziale Gedanke. "Mit unserem Projekt wollen wir eine kreative Beschäftigung schaffen, bei der das Endprodukt sofort sichtbar wird", erklärt Hummel. Damit Menschen mit Beeinträchtigung diese Seife auch sicher und selbstständig herstellen können, konstruierte das Team eine Spezialmaschine, die auf die besonderen Bedürfnisse dieser Menschen eingeht.

Knapp 5.000 Euro würde die Maschine kosten, 500 bis 1.000 Euro werden die Materialkosten betragen. Die Studenten hoffen auf einen sozialen Maschinenbauer, der "die Seifenkiste" möglichst umsonst anfertigt, andere Unterstützung ist auch jederzeit willkommen.

Vertrieben werden soll die Seife, die möglichst bald in Produktion gehen soll, zum einen über den Online-Shop der Barmherzigen Brüder, außerdem in lokalen Geschäften. Der Gewinn des Verkaufs geht an die Werkstatt der Barmherzigen Brüder. Enactus ist eine internationale Non-Profit-Organisation, deren Ziel es ist, soziales Engagement und unternehmerische Tätigkeit zu verbinden. Wer mehr über die Seifenidee erfahren will, kann sich unter eva.hummel@uniregensburg.enactus.de melden.

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