Was sagen Bundestagsabgeordnete? "Einfach lächerlich": Reaktionen auf Münchner U-Bahn-Baustopp

Pendler drängen in der U-Bahnstation am Ostbahnhof in eine einfahrende U-Bahn, die Richtung Hauptbahnhof fährt. (Symbolbild) Foto: Marco Krefting/dpa

Oberbürgermeister Reiter hatte gedroht, wenn nicht mehr Geld komme, passiere nichts mehr und in München würde keine U-Bahn mehr gebaut werden. Was halten Münchner Bundestagsabgeordnete von Reiters Ankündigung?

München - Kein Sondertopf vom Bund, kein U-Bahn-Bau mehr in München: Diese Gleichung hat OB Dieter Reiter (SPD) im Stadtrat aufgestellt (AZ berichtete). Er werde die Planungen "krachend beenden", drohte er. Die AZ hat sich bei Münchner Bundestagsabgeordneten umgehört, was sie von Reiters Ankündigung halten. Und sehr unterschiedliche Reaktionen bekommen.

Sehr Reiter-kritisch äußerte sich der FDP-Abgeordnete Daniel Föst. "Natürlich kann es bei großen Infrastruktur-Projekten eine Ko-Finanzierung geben", sagte er der AZ. "Aber dass Dieter Reiter nachdem die Stadt jahrzehntelang nichts getan hat, jetzt glaubt, dem Bund die Pistole auf die Brust setzen zu können, das ist doch einfach lächerlich".

U-Bahn-Baustopp: Zustimmung aus den eigenen Reihen

Unterstützung für Reiter kommt aus der eigenen Partei. "Der OB weist zurecht auf eklatante Finanzierungslücken hin", sagte Claudia Tausend (SPD) am Donnerstag. Für Bayern - und für München - bleibe viel zu wenig übrig. Sondergeld für München werde es aus Berlin nicht geben, ist sie überzeugt. "Deshalb brauchen wir einen Topf für die Ballungsräume. Einen, bei dem es nicht nur um den Ausbau von U- und S-Bahnen geht, sondern für die kleineren Städte auch um Straßenbahnen."

Wolfgang Stefinger, der CSU-Abgeordnete aus dem Münchner Osten, verwies auf knappe Ressourcen in Berlin: "Wir wollen als Bund natürlich immer helfen. Aber auch wir haben keinen Goldesel im Keller stehen."

Sein Parteifreund Michael Kuffer sagte, Reiter habe "eine Selbstverständlichkeit ausgesprochen, mit der sich die Münchner Bundestagsabgeordneten ohnehin beschäftigen". Er rate aber "dringend dazu, das Wohl und Wehe von Projekten, die im dringenden Interesse Münchens liegen", nicht ausschließlich vom Bund abhängig zu machen. "So leicht dürfen wir es uns für München nicht machen."

 

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