Warnstreik bei Bus und Tram Streik: So kommen Sie heute durch

, aktualisiert am 11.09.2017 - 07:51 Uhr
Montagfrüh müssen Fahrgäste von Bus und Tram mehr Zeit mitbringen. Foto: dpa

Ab halb vier Uhr morgens bestreikt die Gewerkschaft Verdi am Montag die Busse und Trambahnen der MVG. Trotzdem sollen so viele Linien wie möglich fahren.

 

Update: Das ist die Situation am Montagmorgen (Stand 7:45 Uhr):

Trambahn: Auf allen Linien besteht, von wenigen Ausnahmen abgesehen, ein 10-Minuten-Takt. Die Verstärkerlinie 15 ist nicht im Einsatz. Kunden können auf die Linie 25 ausweichen, die alle 10 Minuten fährt.
Busse: Auf allen Linien sind Fahrzeuge im Einsatz. Diese verkehren, mit wenigen Ausnahmen, mindestens alle 20 Minuten.

München - Der Warnstreik der Gewerkschaft Verdi beginnt am Montag, 11.9. kurz vor Betriebsgebinn gegen 3:30 Uhr und soll laut Plan bis zehn Uhr vormittags dauern. Viele Berufstätige dürften also von den Streikmaßnahmen betroffen sein.

Die MVG warnt vor "starken Beeinträchtigungen und Ausfällen", möchte aber versuchen, den Betrieb so gut es geht zu gewährleisten. Nachdem nur Busse und Trambahnen bestreikt werden, können S- und U-B-ahnen regulär benutzt werden. Folgende Regelungen sieht die MVG vor.

Trambahn: Die MVG plant, auf allen Linien einen 20-Minuten-Takt anzubieten. "Sofern weitere Fahrzeuge mit Fahrern besetzt werden können, wird das Angebot punktuell weiter verdichtet", so die MVG in einer Mitteilung.

Busse: Auch hier versucht die Verkehrsgesellschaft, möglichst alle Linien zu bedienen. Die Leitstelle wird die vorhandenen Fahrzeuge so verteilen, "dass die wichtigsten Linien in möglichst regelmäßigen Abständen bedient werden".

In beiden Fällen müssen Fahrgäste aber immer mehr Zeit einplanen, da es auch nach dem offiziellen Ende des Streiks wegen der Ausrückwege und vom Dienstplan abweichender Ablöseorte für die nachfolgenden Fahrer noch längere Zeit dauern wird, bis alle Straßenbahnen und Busse wieder vollständig im Fahrplan laufen.

Gewerkschaft will höhere Löhne

Die Gewerkschaft Verdi fordert mehr Geld für die Beschäftigten. "Mit diesem Streik am letzten Ferientag wollen wir dem Arbeitgeber MVG ein letztes Warn-Signal senden, dass es kein Koppelgeschäft zwischen Lohnerhöhung und Arbeitszeitverlängerung gibt", sagte Franz Schütz, Gewerkschaftssekretär und Verhandlungsführer von "Verdi".

Man habe sich extra dafür entschieden, nicht am ersten Schultag (Dienstag) zu streiken und sich "nur" auf Bus und Tram zu beschränken. Heinrich Birner, Geschäftsführer von "Verdi" in München dazu: "Die Situation soll nicht eskalieren, wir wollen eine Lösung finden."

MVG-Chef: "Brauchen ausdiffrenzierte Abschlüsse"

Werner Albrecht, Geschäftsführer Personal und Soziales bei SWM und MVG: "Verdi verteufelt die vorgeschlagene Arbeitszeitverlängerung zu unrecht. Es geht um lediglich 17 Minuten Mehrarbeit pro Tag, noch dazu freiwillig und individuell gestaltbar. Jeder Beschäftigte hätte die freie Wahl. Schade, dass Verdi diesen zukunftsgewandten Weg nicht mitgehen will und sich ausschließlich auf die Ablehnung der optionalen Arbeitszeitverlängerung konzentriert."

Auch Ingo Wortmann, MVG-Chef äußerte sich am Sonntag: "München wächst, die Lebenshaltungskosten steigen – gerade auch für unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Fahrdienst. Daher brauchen wir ausdifferenzierte Abschlüsse jenseits des alten Schwarz-Weiß-Denkens. Gutes Geld bei überschaubarer Mehrarbeit erleichtert unseren Beschäftigten das Leben in München und macht die MVG auch als Arbeitsgeber attraktiver. Das ist notwendig, um für die weiteren, aufgrund des Stadtwachstums erforderlichen Angebotsverbesserungen genügend Fahrpersonal zu gewinnen."

Am Mittwoch wollen sich Gewerkschaft und MVG zu Verhandlungen treffen.

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