Wahl in Baden-Württemberg Mappus-Show in der BlackBox

Stefan Mappus dankt Horst Seehofer und der CSU für die Nachbarschaftshilfe im Wahlkampf. Foto: dpa

Das gab es bei den Christsozialen noch nie: Seehofer überlässt die Bühne auf dem Kleinen Parteitag der CSU einem CDU-Mann. Der will den Strauß machen - und reißt keinen vom Hocker.

 

München - Aus dem Lautsprecher ertönt die Filmmusik des Hollywood-Streifens „Fluch der Karibik“. Dabei hätte das Stück, das aufgeführt wird, eher den Titel „Fluch von Stuttgart“ verdient. Horst Seehofer und sein CDU-Freund Stefan Mappus entern die Bühne, lassen eine Small-Version ihrer beiden Länder-Fahnen hissen, als befänden sie sich auf der „Black Pearl“, dem legendären Piratenschiff. Ihr Podium aber ist die „Black Box“ der BMWWelt in München, beim Kleinen Parteitag der CSU. Dort versucht sich der Ministerpräsident von Baden-Württemberg als Franz Josef Strauß bei seiner großen Mappus-Show.

Gelüste zur Meuterei weckt das bei manchem der 300 Delegierten. Noch nie zuvor hatte die CSU ihre Bühne alleine der Schwesterpartei überlassen. „Sind wir jetzt nur noch ein Landesverband der CDU“, wird gestichelt. Superstar Karl-Theodor zu Guttenberg ist gar nicht gekommen. Auf der ersten Version der Einladung hatte es noch geheißen: Grußwort: Mappus. Rede: „Zukunftsland Bayern“, Seehofer. Offensichtlich fiel ihm dazu nicht viel ein. Die Landesleitung schwenkte um. Schließlich geht’s ja nach „Stuttgart 21“ um die Zukunft von Mappus und mit ihm um das Schicksal der schwarz-gelben Bundesregierung. Mappus zählt die Tage bis zu seiner Landtagswahl. „43 sind es noch“, sagt er am Samstag.

Lampenfieber hat er, bei dieser Premiere vor der CSU. Sein Redenschreiber muss sich viel Arbeit gemacht und alte FJS-Auftritte analysiert haben. Heraus kam ein Modell Strauß: Klare Angriffe auf den Gegner. Klare Botschaften für die Wähler, versehen mit Detailbesessenheit. Nur Emotionen bringt er nicht rüber. Mappus redet über die Erfindung des Automobils vor 125 Jahren. Das war natürlich in seinem Ländle mit Daimler und Benz. Schon damals habe es viele Gegner gegeben. Auch den Deutschen Kaiser. „Er hat gesagt: ,Das Automobil ist eine vorübergehende Erscheinung. Die Zukunft gehört dem Pferd’“, doziert Mappus.

„Dass er damit nicht richtig lag, wissen wir heute.“ Dann holt er zum Schlag aus: „Ich kann nur sagen: Gott sei Dank gab’s damals die Grünen noch nicht, sonst wären wir heute noch mit dem Pferd unterwegs.“ Seine Botschaft: Der Kaiser ist weg. Die Grünen sind die Gefahr. „Wenn’s nach denen geht, gibt es Wachstum nur noch für die, die sich Bio-Rüben und Bio-Rotwein leisten können“, sagt Mappus, während die CSU für ihn und die Delegierten Bio-Apfelschorle bereitgestellt hat. „Danke, dass du mir die Arbeit als Hauptredner abgenommen hast“, bedankt sich Seehofer. „Ich hätte sie nicht besser halten können.“ Er plaudert nur ein bisschen über die Harz-IV-Verhandlungen. Als der Parteitag zu Ende ist, sagt er beim Gehen: „Ich hab’ dem Stefan gesagt: Mach’ das Ding!“ Bei der CSU hat er’s gemacht.

 

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