Vorstandsboss des FC Bayern zieht Fazit Karl-Heinz Rummenigge: Bayern-Jahr "ein Geschenk Gottes"

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge zu Gast auf der "SpoBIS" in Düsseldorf. Foto: dpa

Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsboss des FC Bayern München, spricht vor dem Klub-WM-Finale gegen Raja Casablanca über das Genuss-Jahr 2013, heißblütige Marokkaner und die Über-Belastung der Spieler.

 

Marrakesch - Nahezu der komplette FC Bayern ist dieser Tage in Agadir, auch Franz Beckenbauer logiert im "Four-Seasons"-Hotel, einer der besten Adressen der Stadt.

Obwohl der FC Bayern das Finale der Klub-WM in Marokko gegen Raja Casablanca (Samstag, 20.30 Uhr, ARD live) erreicht hat, werden die drei Reha-Patienten Holger Badstuber, Bastian Schweinsteiger und Arjen Robben nun doch nicht nach Marrakesch nachfliegen.

Bayerns Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge in einer Reporterrunde über...

...sein Fußballjahr 2013: "Ich habe das ganze Jahr genossen. Wir haben das Triple gewonnen, spielen jetzt um die Klub-WM: Es ist ein Geschenk Gottes, dass wir dabei sein dürfen. Vor einigen Jahren hätte ich es nicht für möglich gehalten. Wir sind ein Stück weit von der Muse geküsst beim FC Bayern."

...den Finaleinzug von Raja Casablanca: "Das ist eine Überraschung für uns alle, für die ganze Fußballwelt. Und zeigt: Es ist eben kein Wunschkonzert. Wir müssen mit Respekt und ohne Aufregung reingehen. Wir dürfen nicht überheblich ins Spiel gehen. Wir sind charakterlich zu klar und zu ehrgeizig, um das seriös anzugehen. Wir wollen trotzdem Klubweltmeister werden."

...die zu erwartende heiße Atmosphäre im Finale: "Wenn der Gegner am Ball ist, wird total gepfiffen, wenn sie selbst den Ball haben, werden sie nach vorne gepeitscht. Wir werden uns da auf eine gewisse Lautstärke einstellen müssen."

...das Klub-WM-Finale: "Pep Guardiola war ja im Stadion und hat mir gesagt, dass es eine absolut überzeugende Leistung der Marokkaner war. Sie sind sehr laufstark, haben klug und diszipliniert gespielt. Die werden gegen uns sehr motiviert zu Werke gehen, die Marokkaner sind auch überrascht, dass ihre Mannschaft im Finale ist."

...den möglichen fünften Titel: "Quintle – heißt das so, wenn wir fünf Titel gewinnen? (Richtig: Quintuple, d. Red.) Alle wollen den Titel. Dann hätten wir alles abgeräumt, was möglich ist. Aber wir wollen nicht anmaßend, nicht vermessen werden."

...das WM-Format: "Ich finde das gut, dass man das Turnier nach Marokko vergeben hat, weil man dadurch ein Stück Entwicklungshilfe macht. Es ist besser als wäre es in Tokio. Für uns ist es näher, das Wetter ist auch besser."

...die Belastung der Spieler: "Wenn sich eine Mannschaft jemals einen Regenerationsurlaub verdient hat, dann diese Mannschaft. Du kannst das nur noch auffangen, wenn du einen hochqualitativen und breiten Kader hast wie wir. Es ist eine Hetzjagd für die Spieler durch den Kalender, man sollte darüber nachdenken, ob nicht doch weniger mehr ist. Ich bin nicht ganz glücklich mit diesem Spielkalender."

...den FC Bayern 2013: "Das unaufgeregte und souveräne Auftreten der Mannschaft hat mir am besten gefallen, unsere Sympathiewerte waren nie so hoch wie zuvor. Das zeichnet uns aus."

...die Ziele in der Champions League: "Für mich war der FC Barcelona stets eine Benchmark, die Spanier haben zuletzt immer das Halbfinale erreicht, hin und wieder das Finale. Für uns gilt: Wir wollen nicht wieder zwölf Jahre warten, das wäre schön (Bayern gewann 2001 und 2013 den Pott, d. Red.)."

...die Wahl des Weltfußballers: "Die Wahl ist abgeschlossen, wir sollten das jetzt in Ruhe abwarten. Den Fakt, dass mit Franck Ribéry ein Spieler des FC Bayern in den Top drei ist, hatten wir noch nie. Das ist schon eine Auszeichnung."

...seine Gemütslage: "Ich genieße den Augenblick, aber ich weiß, dass im Fußball nicht immer die Sonne scheint. Es ist heute fast nicht mehr möglich, solche eine Ära zu begründen, wie Real in den 60er Jahren (gemeint sind die 50er Jahre, d. Red.) oder Bayern in den 70er Jahren."

 

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