Vorreiter für fleischfreies Essen Neueröffnung im Tierheim München-Riem: Veganer Döner im Katzenhaus

AZ-Lokalredakteurin Jasmin Menrad.
Erbil Günar (r.), hier mit Kurt Perlinger, hat aus seinem Kebabhaus ein veganes Lokal im Katzenhaus gemacht. Foto: AZ

Erbil Günar verkauft jetzt seine Leckereien im Tierheim-Lokal in Riem statt am Münchner Hauptbahnhof. Er ist ein Vorreiter für fleischfreies Essen.

 

München - Erbil Günar macht eine ausholende Handbewegung. "Wie viele Tiere ich habe? Alle diese Tiere!" Weil das Tierheim in Riem zur Ferienzeit fast voll ist, sind das ganz schön viele Tiere. Einige dieser Viecherl kommen auch zum Essen in sein mediterran-veganes Lokal und bekommen ein Leckerchen – allerdings weder vegan noch mediterran. Unter den Bierbänken liegen Hunde, und wenn einer im Hunderondell anfängt zu bellen und die anderen einsteigen, hört man das.

Veganes Essen im Tierheim Riem 

Ende April hat Erbil Günar im Katzenhaus des Tierheims angefangen, Döner (4,90 Euro) oder Lasagne mit Salat (8,90 Euro) zu verkaufen. Alles vegan. Günar ist ein Vorreiter für veganes Essen in München: 34 Jahre lang hat er das Royal Kebabhaus am Hauptbahnhof geführt, seit 1998 vegan. 2017 musste er den beliebten Imbiss wegen der Bauarbeiten für die Zweite Stammstrecke schließen und zog nach Haidhausen in die Breisacher Straße um. Jetzt finden seine Stammkunden ihn meist im Tierheim, wo er den Gassigehern ein Lahmacun (7,90 Euro) auf die Hand gibt, die Tierheim-Mitarbeiter Besprechungen bei hausgemachten Kuchen (3,90 Euro) abhalten und Familien beim üppigen Vorspeisenteller (8,90 Euro) von dem Kätzchen schwärmen, das sie bald abholen dürfen.

"Wir haben fast zwei Jahre gesucht, bis uns Erbil mit seinem Konzept überzeugt hat", sagt Kurt Perlinger, Chef vom Tierschutzverein München. Er ist zwar kein Veganer, isst aber lustvoll seinen Döner. Im April 2016 war das Katzenhaus fertig geworden. Aber einen Gastronomen mit einem überzeugenden Konzept zu finden, der sich ein Lokal in Riem zutraut, wo keine Laufkundschaft zu erwarten ist, erwies sich als schwierig. "Wir sind ein Tierschutzverein und wollten deshalb ein veganes Lokal", sagt Perlinger.

Döner, Lasagne und Salat: Das gibts im Katzenhaus zu essen

Erbil kennt die Verfasserin dieser Zeilen schon vom Hauptbahnhof, wo sie einigen Bekannten nicht verraten hat, dass sie Döner mit Seitan essen, der in geschmelzten Zwiebeln geschwenkt wurde. Günar hat auch nie was verraten und die Freunde sind gerne wiedergekommen. Beim Schnitzel freilich merkt man, dass Tofu eben kein Fleisch ist. Die Panade ist aber so kross, dass sich daran niemand stören sollte.

Ab September will Günar seine Öffnungszeiten bis 20.30 Uhr erweitern, auch ein Lieferservice nach Riem, Aschheim, Feldkirchen und ans Moosfeld ist geplant. Das ist sinnvoll für jene, die ein zu großes Herz und noch nie ein Tierheim ohne einen neuen Mitbewohner verlassen haben.


Brukenthalstraße 6, täglich 10 bis 17 Uhr.

 

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