Vorfall in der Münchner Altstadt 18-Jährige nach "Rathausclubbing" vergewaltigt: Verdächtiger festgenommen

, aktualisiert am 23.10.2019 - 18:20 Uhr
Tatort Herzog-Wilhelm-Park: Hier kam es zur Vergewaltigung. Foto: AZ/job

Eine 18-jährige Schülerin ist am frühen Sonntagmorgen nach dem "Rathausclubbing" in München vergewaltigt worden. Die Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen.

 

München - Einmal im Jahr wird das Rathaus am Marienplatz zur Partyzone: Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) lädt 18-jährige Münchner zum sogenannten Rathausclubbing ein. Es wird getanzt und gefeiert bis tief in die Nacht. Bei der Gelegenheit dürfen die jungen Wahlberechtigten auch schon mal testweise in einer Kabine im Rathaus das Wählen üben.

Nach dem letzten Rathausclubbing am vergangenen Wochenende ist es zu einer furchtbaren Gewalttat gekommen. Eine Schülerin (18) ist auf dem Heimweg von einem Mann vergewaltigt worden.

Mann vergewaltigt Schülerin

Laut Polizei war die Schülerin nach der Party im Bereich des Herzog-Wilhelm-Parks unterwegs. Die Grünanlage liegt an der Herzog-Wilhelm-Straße und zieht sich - parallel zur Sonnenstraße - von der Josephspitalstraße bis fast zum Sendlinger Tor. Insbesondere am Wochenende ist der Bereich an der Josephspitalstraße stark frequentiert. In der dortigen Agip-Tankstelle versorgen sich viele Partygänger mit Getränken, Tabak und Snacks.

Die Schülerin kam Sonntagfrüh gegen 1.45 Uhr in dem Bereich mit einem Mann ins Gespräch. Offenbar fragte sie ihn nach etwas zu Trinken. Laut Polizei bot ihr der Mann an, für sie an der Tankstelle etwas zu kaufen, da sie kein Geld dabei hatte. Wenig später kam es zu der brutalen Tat.

Wie die Polizei am Mittwoch mitteilte, forderte der junge Mann die Schülerin zuerst auf, zu warten. Dann versuchte er sie zu küssen, ihr unter das T-Shirt zu fassen und ihre Hose zu öffnen. "Nachdem sie seinen Annäherungsversuchen widersprach, schlug der Täter ihr unvermittelt ins Gesicht", heißt es im Polizeibericht. Der Mann zog der Schülerin die Hose herunter und vergewaltigte sie. "Da die Schülerin vor Schmerzen schrie, wurden Passanten aufmerksam", heißt es weiter im Polizeibericht. Der Täter flüchtete. Die 18-Jährige wurde mit einem Rettungswagen in eine Klinik gebracht.

Vergewaltiger meldet sich bei der Polizei

Bereits kurz nach der Tat fahndete die Polizei mit einem Großaufgebot nach dem Vergewaltiger: Mehr als 20 Streifen suchten nach dem Mann. In der Nähe des Tatorts wurden Videoaufzeichnungen gesichert und junge Männer kontrolliert. Doch gefasst wurde der mutmaßliche Vergewaltiger am nächsten Tag – als er selbst zur Polizei kam. Bei dem Beschuldigten handelt es sich laut Polizei um einen anerkannten Flüchtling aus Afghanistan.

Der 29-Jährige kam am Montag, gegen 14 Uhr von sich aus ins Altstadtrevier, da er sich dort regelmäßig melden muss. Hintergrund sind offenbar vorherige Straftaten – darunter ein Drogendelikt sowie eine Tat wegen sexuellen Missbrauchs. Mittlerweile ist Haftbefehl gegen den 29-Jährigen ergangen.

Vor drei Jahren gab es nach einer Party für 18-Jährige im Rathaus schon einmal Vorwürfe gegen junge Migranten, die weibliche Gäste sexuell bedrängt und begrapscht haben sollen. Die angezeigten Vorfälle hatten sich damals im Rathaus ereignet und nicht - wie im jüngsten Fall - nach der Party.

Agip-Tankstelle: 17-Jähriger stirbt nach Messerstecherei

Der Tatort befindet sich unmittelbarer Nähe zur Agip-Tankstelle, vor der im vergangenen Mai ein 17-jähriger Schüler niedergestochen wurde. Der Teenager starb kurze Zeit später im Krankenhaus. Der Täter, ein 21-Jähriger, wurde anschließend in Paris von der Polizei gefasst.


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