Vor Gericht Schwangere überfallen: Angeklagte gestehen Raub auf der Theresienwiese

Die Angeklagten beim Prozessauftakt. Foto: Bernd Wackerbauer

Eine Schwangere und ihr Partner wurden im Dezember 2018 auf der Theresienwiese in München mit einer Waffe überfallen: Zwei Suchtkranke stehen wegen Raub vor Gericht.

 

München - Max G., 31, und Hannes F., 27, (beide Namen geändert) hörten nervös zu, als Dienstag Nachmittag die Staatsanwältin die Anklageschrift verlesen hat. G. schüttelte zwischendurch den Kopf, F. saß in Gebetshaltung auf seinem Platz. Es wirkte so, als ob beide nicht glauben konnten, was sie da im Dezember 2018 gemeinsam getan haben: schwere räuberische Erpressung mit vorgehaltener Waffe.

Raub: Suchtkranke forderten Geld und Smartphone

Dass die Pistole "nur" eine Schreckschusswaffe gewesen ist, wussten zwar die betrunkenen Angeklagten (etwa zwei und 1,2 Promille), aber nicht die Opfer: eine damals schwangere Frau mit ihrem Partner, die zum Zufallsopfer der beiden drogen- und alkoholsüchtigen Männer wurden, als sie am 27. Dezember abends auf der Theresienwiese spazieren gingen.

"Give me your money", sagte damals F. auf englisch ("Gib mir dein Geld"), der die Waffe auf den Mann richtete. "also your Handy" ("auch dein Handy"), fügte G. hinzu. "Ich wusste, dass F. ein neues Smartphone brauchte", erklärt G. Die Angeklagten hatten zuvor schon den ganzen Tag Alkohol getrunken. G. hatte auch Amphetamine konsumiert. Das völlig verängstigte Paar übergab den Räubern einige hundert Euro und das Smartphone. Von einem Schlag ist die Rede. Daran können sich die Angeklagten aber nicht erinnern.

Angeklagte gestehen: "Es war Beschaffungskriminalität"

G. kann sich ohnehin noch kaum an etwas erinnern. "Ich habe einen Filmriss", sagte der 31-Jährige mehrmals. Er wisse nur noch, dass ihn die Polizei gemeinsam mit F. kurz nach dem Raub zu Hause verhaftet habe. "Ihr habt die Richtigen", rief er den Polizisten damals offenbar zu. Sie ließen sich widerstandslos festnehmen.

Beide Männer sind geständig und bereuen ihre Tat. Sie haben mehrere Therapien hinter sich und wurden immer wieder rückfällig. "Wir brauchten mehr Alkohol und hatten kein Geld mehr. Es war Beschaffungskriminalität", sagte F. zum Richter.

Der Prozess wird am Freitag fortgesetzt. Den Männern droht trotz Geständnis eine Haftstrafe zwischen drei und 15 Jahren.

 

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