Vor Gericht Fischbraterei kämpft um einen Platz auf der Auer Dult

, aktualisiert am 26.02.2019 - 18:11 Uhr
Diana und Otto Ibl und die "Münchner Fischbraterei". Foto: jot

Unterhachinger fühlen sich von der Stadt benachteiligt und klagen am Verwaltungsgericht.

 

München - Ihre Mienen sprechen Bände. Diana Ibl (49) und ihr Vater Otto (77) wirken erleichtert, als sie am Dienstag den Saal im Bayerischen Verwaltungsgericht verlassen. Sie werden mit ihrer traditionsreichen Fischbraterei, die seit 1971 Steckerlfisch auf der Wiesn anbietet, wohl bald mit einem Stand auf den Auer Dulten vertreten sein.

Das Vater-Tochter-Gespann hat die Stadt verklagt, weil sie weder 2017 noch 2018 bei den Auer Dulten zum Zug kamen. Ihre direkte und seit 14 Jahren auf der Dult aktive Konkurrenz sammelte aber als sogenannter Stammbeschicker entscheidende Punkte im Bewertungssystem der Stadt. Punkte, die einem Dult-Neuling verwehrt bleiben und dadurch die Alteingesessenen bevorteilen.

"Punktebewertungssystem" bei Standvergabe

Zum Hintergrund: In der Sparte "Fischbraterei" vergab die Stadt München in den Jahren 2017 und 2018 nur je einen Standplatz pro Dult. Bei mehreren Bewerbern um einen Standplatz für eine bestimmte Sparte trifft die Stadt deshalb eine Auswahlentscheidung. Sie stützt sich bei ihrer Entscheidung über die Vergabe von Standplätzen auf der Auer Dult auf ein "Punktebewertungssystem", das unterschiedliche Kriterien, wie etwa die Durchführung des Standes, die Ausstattung oder das Waren- und Bioangebot, aber eben auch das Kriterium "Stammbeschicker" vorsieht.

Da den Ibls keine rückwirkende Zulassung ihrer "Münchner Fischbraterei" zu den bereits abgelaufenen Terminen erteilt werden kann, wollen sie feststellen lassen, dass diese Bewertung durch die Stadt nicht rechtmäßig war.

Klage könnte zum Eigentor werden

Doch ihre Klage könnte für die Ibls noch zu einer Art Eigentor werden. Denn die Konkurrenz hat kein Interesse mehr an einem Dultstand im Jahre 2019. Der Weg für die Münchner Fischbraterei auf die Dult ist also frei. Und bald könnten sich die Unterhachinger Fischbrater dann selbst in der Rolle des "Stammbeschickers" wiederfinden. Hätte ihre Klage aber Erfolg, wäre das dann kein Vorteil mehr im Punktesystem der Stadt.

Da ist es wohl ganz in ihrem Sinne, dass das Gericht gestern vorschlägt, ins schriftliche Verfahren überzugehen – und die Sache sozusagen auszusitzen. Der Stadtrat wird in den kommenden Monaten über die Plätze auf Mai-, Jakobi- und Kirchweihdult entscheiden. Wenn die nunmehr konkurrenzlosen Ibls erwartungsgemäß den Zuschlag in der Sparte Fischbraterei bekommen, wäre die Sache damit für alle Beteiligten erledigt.

 

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