Vor Duell gegen Fortuna Köln TSV 1860: Günther Gorenzel - "Angst müssen wir vor niemandem haben"

Sprach auch über die kommende Saison: 1860-Geschäftsführer Günther Gorenzel. Foto: AZ/pm

Mit einem Sieg gegen Fortuna Köln am kommenden Samstag könnte der TSV 1860 den Klassenerhalt in der 3. Liga perfekt machen. Auch Günther Gorenzel weiß, wie wichtig die Partie gegen den Abstiegskandidaten wird. Die wichtigsten Aussagen des Geschäftsführers.

 

München - Fünf Liga-Niederlagen in Folge, das Aus im Toto-Pokal gegen Viktoria Aschaffenburg – der TSV 1860 befindet sich seit Wochen im Abwärtsstrudel. Jetzt geht es für die Mannschaft von Trainer Daniel Bierofka sogar noch um den Klassenerhalt. Zwei Spieltage vor Saisonende beträgt der Vorsprung auf einen Abstiegsplatz nur noch vier Punkte.

Mit einem Sieg gegen Fortuna Köln am kommenden Samstag (13.30 Uhr, Magenta Sport und im AZ-Liveticker) wären die Sechzger endgülitg gerettet. Auch beim Löwen-Gegner läuft es nicht rund, der Tabellenvorletzte ist seit neun Liga-Spielen ohne Sieg. Am Dienstag hat Geschäftsführer Günther Gorenzel unter anderem über die bittere 2:5-Niederlage in Zwickau und die kommende Aufgabe gegen Köln gesprochen. Die wichtigsten Aussagen.

Günther Gorenzel am Dienstag über...

…die aktuelle Lage der Löwen: "Wenn man die Situation momentan analysiert, muss man zwei Kategorien sehen: eine Kategorie von Faktoren, die wir nicht oder nur bedingt beeinflussen können und die Faktoren, die wir beeinflussen können. Vorweg: Wichtig ist für uns, dass wir uns auf die Dinge konzentrieren, dir wir beeinflussen können. Aber in der Bewertung der Situation müssen wir alle Faktoren heranziehen. Wir wissen auch, dass Verletzungen, Sperren und gewisse Schiedsrichterleistungen mit hineinspielen."

…beeinflussbare Dinge: "Darauf müssen wir den Fokus legen. Wir brauchen keine Alibis. Wir müssen uns an die eigene Nase packen und unser Offensiv- und Defensivspiel verbessern. Wir stehen im Block viel zu weit auseinander, spielen viel zu mannorientiert und unterstützen uns gegenseitig zu wenig. Wenn du so viele individuelle Fehler machst wie wir in Zwickau, kannst du kein Spiel gewinnen. Daher müssen wir massiver ballorientiert verschieben, uns gegenseitig mehr unterstützen, auch verbal. Wenn jeder den Fehler seines Mitspielers ausbessert, werden wir wieder besser spielen."

…Positives in Zwickau: "Wir haben zwei Tore geschossen und immer dann, wenn wir es uns zugetraut haben, den Ball laufen zu lassen, waren wir überlegen und hatten die bessere Spielanlage. Wenn wir fußballerische Lösungen suchen, können wir den Gegner unter Druck setzen und kommen auch zu Chancen. Darauf müssen wir wieder vertrauen, denn das hat uns auch in der Vergangenheit stark gemacht. Ich bin nicht blauäugig: Du musst die Grundtugenden auf den Platz bringen, das ist die Basis. Aber was das Spiel auf unsere Seite kippen lässt: sich zu trauen, fußballerische Lösungen zu suchen."

Gorenzel: "Saisonendspurt wird kein Selbstläufer"

…das 1:1 von Fortuna Köln gegen Meppen: "Sie waren sehr präsent, sehr zweikampfstark und das wird auch am Samstag auf uns zukommen. Die Basis ist, diesen Kampf anzunehmen. Eines muss man auch sagen, wenn wir unsere Spielerprofile durchgehen: Wenn wir immer nur auf den Kampf und den zweiten Ball gehen, sind wir öfter zweiter Sieger. Wir müssen uns daher auch etwas zutrauen und dann ist die Wahrscheinlichkeit höher, das Spiel auf unsere Seite zu ziehen."

…Sechzigs Platzverweise: "Wir haben uns sicherlich teilweise einen Bärendienst erwiesen. Manche Spieler wissen selbst, dass sie sich falsch verhalten haben. Wenn du in Zwickau kurz vor Schluss so deutlich hinten bist, musst du dich im Zweikampf vielleicht ein bisschen anders verhalten. Das sind alles Dinge und Erfahrungswerte, die da hineinspielen: Wenn ich schon weiß, ich habe Gelb und sehe, wie der Schiedsrichter das Spiel leitet, dann gehe ich nicht mehr so in den Zweikampf. Was der Schiedsrichter macht, kann ich nicht beeinflussen, aber wenn er kleinlich pfeift oder schwankend in seinen Leistungen ist, verhalte ich mich in dieser Situation anders."

…die Tabelle: "Ich habe schon vor zwei, drei Wochen gesagt: Der Saisonendspurt wird kein Selbstläufer. Ich schaue mir aber keine Konstellationen an, denn du gehst in jedes Spiel, um es zu gewinnen. Maximal im letzten Spiel kann ich es taktisch so anlegen, ob ich einen oder drei Punkte brauche und von außen einwirken. Ganz klar: Wir wollen alles daran setzen, dass wir am Samstag punkten. Es macht keinen Sinn, den Spielern einzuimpfen: Wir müssen, wir müssen! Sie sollen sich auf ihre Aufgaben konzentrieren. Es gibt ganz einfache Attribute, für die wir stehen und die uns in der gesamten Saison stark gemacht haben. Uns hat es immer ausgemacht, dass wir das Momentum auf unsere Seite ziehen konnten, wenn wir den Ball gut haben laufen lassen."

Gorenzel: Keine Wunderdinge von Lacazette erwarten

…Sechzigs Matchbälle: "Wir haben jetzt einen Matchball vergeben. Jetzt haben wir noch zwei Matchbälle. Ich bezeichne es bestimmt nicht als Endspiel, denn das ist vom mentalen Fokus schon wieder etwas anderes. Wir haben zwei Matchbälle und wollen den am Samstag verwandeln."

…Romuald Lacazette: "Wenn Spieler zuletzt wenig zum Einsatz gekommen sind, darf ich mir von ihnen keine Wunderdinge erwarten. Es ist nicht nur bei Romu so, auch bei Jan Mauersberger."

…Angst im Abstiegskampf: "Angst müssen wir vor niemandem haben, aber wir haben Respekt vor jeder Mannschaft. Wir müssen uns auf uns fokussieren. Angst ist in einem solchen Spiel ein schlechter Ratgeber. Ich bin nach wie vor von der Mannschaft überzeugt, denn sie hat ja gezeigt, dass sie es kann."

…Verabschiedung von Spielern: "Wir werden in unserem letzten Heimspiel keine Spieler verabschieden. Wir haben das nach hinten verschoben. Jeder Spieler, der sich Verdienste erworben hat in diesem Verein und nächstes Jahr vielleicht nicht mehr an Bord ist, muss verstehen, dass diese Dinge hinten angestellt sind. Wir werden uns voll auf das Spiel konzentrieren."

…Abstiegskampf auch nächste Saison: "Ich glaube, dass wir momentan unter unserer Qualität geschlagen werden. Fußball spielt sich zu 90 Prozent im Kopf ab. Wir sind momentan in einer Extremsituation, im Wellental und es ist schwer, dort herauszukommen. Wir sind sicher aus gewissen Gründen in dieses Wellental gekommen. Aber wenn ich weiter den Fokus darauf lege, werde ich nicht herauskommen. Wenn man das Sportbudget massiv reduziert, müssen wir natürlich weg von der Zielsetzung gehen, schnellstmöglich in die Zweite Liga zu kommen. Zumindest für nächste Saison. Wir sind auch weit davon entfernt, etwas aufzubauen. Wir haben keinen Handlungsspielraum für Vertragsverlängerungen und Neuverpflichtungen."

Im Video: TSV 1860 II sichert sich den Klassenerhalt

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