Vom TSV 1860 zum KFC Uerdingen Der Grimaldi-Transfer: Ende einer kurzen Affäre

, aktualisiert am 22.01.2019 - 21:45 Uhr
Keine innige Beziehung: Adriano Grimaldi und der TSV 1860. Foto: sampics/Augenklick

Adriano Grimaldi verlässt den TSV 1860 und schließt sich dem KFC Uerdingen an. Mit den Krefeldern wird er nun um den Aufstieg in die Zweite Liga spielen.

 

München/Krefeld - Adriano Grimaldi ist ein gestandener Mann, wuchtige Erscheinung, die Oberarme bis an die Handgelenke tätowiert.

Wenn er aber von seinem großen Antrieb spricht, der Bundesliga, erkennt man den verträumten, jungen Fußballer in ihm. "Mein Ziel ist es, ganz weit oben zu spielen. Ansonsten würde ich nicht jeden Tag aufstehen und zum Training gehen", sagte der bullige Stürmer Ende Oktober.

KFC Uerdingen spielt um Aufstieg - mit Grimaldi

Es war jene Zeit, als der aufstrebende KFC Uerdingen begann, sich mit dem Deutsch-Italiener mit dem markanten, schwarzen Vollbart auseinanderzusetzen. Am Dienstag, nach wochenlangem Hin und Her, hat der Niedersachse in Krefeld einen Vertrag über zweieinhalb Jahre unterschrieben – er verlässt den TSV 1860 nach nicht mal sieben Monaten.

Die AZ hatte Anfang Januar von seinen Abwanderungsgedanken berichtet, da lief der viel beachtete Poker bereits. Eine große Liebe: Das war es nie zwischen Grimaldi (27) und München.

Zudem dürfte er beim einstigen Bundesligisten deutlich bessere Bezüge erhalten. Der KFC wird vom russischen Investor Michael Ponomarew protegiert, soll Medienberichten zufolge einen Etat von acht Millionen Euro haben. Die Rheinländer werden – wohl im Gegensatz zu den Löwen – um den Aufstieg in die Zweite Liga spielen.

Grimaldi-Transfer trotz Verletzung

Den Transfer verhinderte schließlich auch nicht die jüngste Sprunggelenksverletzung Grimaldis. "Wir werden ihn jetzt aufbauen und freuen uns darauf, ihn bald in der Startelf zu sehen", erklärte KFC-Geschäftsführer Nikolas Weinhart.

Laut Löwen-Boss Michael Scharold habe Uerdingen "auch nach der Verletzung weiter mit Nachdruck auf den Wechsel hingewirkt". Das Ergebnis sei für beide Seiten zufriedenstellend, erklärte der Geschäftsführer des TSV 1860. Heißt: Sechzig kassiert eine ordentliche Abfindung - laut "Bild" eine Ablöse von 200.000 Euro.

Ob dieses Geld direkt refinanziert wird, ließ Sportchef Günther Gorenzel am Dienstag offen. "Wir sondieren den Markt intensiv, wissen, dass wir in den letzten drei Spielen aus dem Spiel heraus nur ein Tor geschossen haben. Wenn sich was Interessantes ergibt, werden wir zuschlagen", sagte der Österreicher und erklärte, dass der Transfermarkt im Winter "in der Regel nur Leihgeschäfte" hergebe.

Gorenzel über möglichen Grimaldi-Ersatz

Das gewünschte Anforderungsprofil: "Stürmer, die in der Zweiten Liga auf den Positionen drei und vier stehen – das sind Kandidaten, mit denen wir uns massiv beschäftigen", erklärte der 47-Jährige. "Bei ihnen können wir vielleicht eine Win-win-Situation für den abgebenden Verein und für uns herbeiführen, damit wir Alternativen hätten. Ich habe vorige Woche die halbe Bundesliga abtelefoniert, weil Ausleihgeschäfte hochinteressant für uns sind."

Hochinteressant wird für Grimaldi künftig die Herausforderung Uerdingen. Der KFC hatte zuletzt bereits den Stürmer Osayamen Osawe (Ingolstadt) sowie Linksaußen Roberto Rodriguez (Zürich) verpflichtet. Der Bundesliga ist Grimaldi damit nicht unbedingt näher, aber immerhin dem Ziel, weiter oben zu spielen.

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