Virtuelle Währung vor dem Ende? Bitcoin-Kurs bricht weiter ein: Der Krypto-Kater

Eine Fantasietaler: Bitcoins kann man nicht wie echte Münzen anfassen, sie gibt es nur virtuell. Foto: imago

Bitcoin erleidet wieder einen Schwächeanfall, der Kurs bricht weiter ein. Ist die virtuelle Währung am Ende?

München - Die Digitalwährung Bitcoin ist zu einem der großen wirtschaftlichen Phänomene unserer Zeit geworden. Ihr sagenhafter Kursanstieg in den vergangenen Jahren befeuerte Träume von schnellem Reichtum – doch aktuell weckt ein Absturz die Angst vor dem Platzen einer gewaltigen Spekulationsblase.

Vor rund einem Jahr gab es einen gewaltigen Hype um die Krypto-Währung. Kostete ein Bitcoin Anfang 2016 noch rund 400 Dollar, so schnellte der Kurs im Dezember 2017 auf rund 20.000 Dollar hoch.

Bitcoin: Zuletzt starker Kurseinbruch

Doch in den vergangenen Monaten brach der Kurs ein, aktuell rangiert der Bitcoin bei 3.900 Dollar. Seit dem Rekordhoch hat die älteste und bekannteste Kryptowährung mehr als 80 Prozent ihres Wertes verloren. "Hartgesottene Anleger, die weiterhin am Bitcoin festhalten, werden allmählich schwach und werfen zumindest einen Teil ihrer Anteile auf den Markt", beschreibt Experte Salah Bouhmidi vom Analysehaus DaliyFX das Geschehen.

Als ein Grund für die Talfahrt gilt ein Streit in der Bitcoin-Fangemeinschaft über die Aufspaltung der Bitcoin-Schwester "Bitcoin Cash". Hinzu kommen geringeres Interesse von Anlegern, das vergebliche Warten auf neue Finanzprodukte für Bitcoin und Co. sowie Pannen bei beliebten Handelsbörsen.


Der Bitcoin-Kursverlauf der vergangenen drei Jahre. Grafik: Finanzen.net

Bitcoin: Vor zehn Jahren fing alles an

Der Grundstein für den Bitcoin wurde vor zehn Jahren gelegt. Eine bis heute unbekannte Person veröffentlichte unter dem Namen "Satoshi Nakamoto" ein Papier, das die Prinzipien für autonomes digitales Geld beschrieb. Es war eine revolutionäre Idee: keine Kontrolle durch eine Zentralbank, keine nationalen Grenzen.

Für Vertrauenswürdigkeit und Absicherung soll ein Mechanismus mit dem Namen Blockchain sorgen. Grob beschrieben werden alle Transaktionen nacheinander registriert. Bitcoin-Einheiten werden von den Nutzern selbst generiert, indem ein Computer komplexe mathematische Berechnungen durchführt. Ihre Menge ist beschränkt, und je mehr Bitcoin es gibt, desto aufwendiger wird der Prozess. Diese Verknappung soll den Wert der Währung sichern.

Bitcoin: Immens hoher Strombedarf

Die Bitcoin-Produktion erfordert inzwischen nach dem vorgesehenen System die Rechenleistung von Server-Farmen. Zum Beispiel in Island, mit seinem Geothermie-Strom entstand daraus eine Industrie. Der Strombedarf des Bitcoin-Systems ist enorm. Die Rechen-Prozesse verbrauchten pro Tag so viel Strom wie gut 12.000 Vier-Personen-Haushalte in Deutschland im ganzen Jahr benötigten. Forscher der Universität von Hawaii kamen zu dem Schluss, dass die Bitcoin-Erzeugung ungefähr so viel Treibhaus-Gase freisetze wie zum Beispiel ganz Österreich.

Die Krypto-Krise dürfte auch deshalb noch nicht ausgestanden sein – auch wenn viele Experten die Technik nicht totsagen wollen. Denn das Fundament des Bitcoin, die Blockchain-Idee, wird inzwischen auch von Banken sowie in vielen anderen Industrien, von der Musik- bis zu Autobranche, geprüft, um Prozesse abzusichern.

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