Viktor Orban bei Helmut Kohl Was den Pfälzer und den Ungar verbindet

18. September 2000: Ex-Kanzler Helmut Kohl bekommt von Ungarns Premier Viktor Orban die Millenniums-Medaille der ungarischen Regierung überreicht. Foto: dpa

Die politische Freundschaft zwischen Alt-Bundeskanzler Helmut Kohl (CDU) und Ungarns Regierungschef Viktor Orban reicht bis in die Zeit der Wende zurück.

Eine Chronologie:

Juni 1989: In einer historischen Rede am Budapester Heldenplatz fordert Viktor Orban die sowjetischen Truppen auf, das Land zu verlassen – 1988 hatte er den oppositionellen Bund Junger Demokraten (Fidesz) gegründet. „Ich zähle mich zu den Schülern von Helmut Kohl“, wird er später einmal sagen.

September 1989: Die Regierung in Budapest öffnet die Grenze offiziell für die noch in Ungarn festsitzenden DDR-Bürger. „Das werden wir den Ungarn nie vergessen“, verkündet Kanzler Helmut Kohl.

Mai 1998: Überraschend gewinnt Fidesz die ungarischen Parlamentswahlen – an ihrer Spitze der erst 35 Jahre alte Viktor Orban, der im Juli zum Regierungschef gewählt wird.

Sommer 1998: Orban sucht politischen Rat – und reist zu Kohl nach Bonn.

September 2000: Kohl erhält von Orban die Millenniums-Medaille. Damit zeichnet Ungarn Staatsmänner aus, die dem Land den Weg nach Europa geebnet haben.

April 2002: Der Altkanzler schaltet sich in den ungarischen Wahlkampf ein. „Sie müssen am kommenden Sonntag dafür sorgen, dass Viktor Orban Ministerpräsident Ihres Landes bleibt“, ruft er bei einer Kundgebung. Diesmal aber verliert Orban.

November 2014: In einem Gespräch mit dem „Stern“ lobt Kohl den ungarischen Regierungschef, der seit Mai 2010 wieder im Amt ist: „Er ist ein großer Europäer, er denkt und handelt europäisch.“

Juni 2015: Zum 85. Geburtstag Kohls redet Orban bei einer Konferenz in Budapest und sagt dort: „Die Ungarn haben guten Grund, Helmut Kohl Respekt zu zollen, da erst die deutsche Vereinigung den Weg für die Wiedervereinigung Europas geebnet hat und die Mitgliedschaft Ungarns in der Europäischen Union ermöglicht hat.“

Februar 2016: „Ich freue mich, dass der größte Vordenker Europas heute noch unter uns ist“, sagt Orban in einem „Bild“-Interview.

 

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