Viele potentiell Betroffene Genitalverstümmelung in München: SPD fordert mehr Schutz

Traditionelle Werkzeuge zur Genitalverstümmelung. Auch in München leben junge Frauen, die von diesem Ritual betroffen sind. Foto: dpa

In München sind viele junge Frauen von Genitalverstümmelung betroffen oder bedroht. Die SPD im Rathaus will nun die Betreuungsangebote ausbauen.

München - Die SPD im Rathaus will ein besseres Angebot für Frauen und Mädchen schaffen, die von Genitalverstümmelung betroffen oder bedroht sind. Einen entsprechenden Anfrage an OB Dieter Reiter haben die Genossen bereits eingereicht.

Der Grund: "Im Dezember 2017 lebten in München laut statistischem Amt 11.370 weibliche Personen, die aus einer Nation stammen, in der die genitale Beschneidung / Genitalverstümmelung praktiziert wird oder wurde. Am 31.12.2010 wurden 3.438 weibliche Personen mit der Nationalität eines dieser Länder verzeichnet. Damit hat sich die Zahl der betroffenen Frauen und Mädchen in den letzten Jahren in München verdreifacht", schreiben die Politiker.

In München sind rund 800 Mädchen von Genitalverstümmelung betroffen

Die Menschenrechtsorganisation "Terre des Femmes" geht davon aus, dass in München akut circa 800 Mädchen von Genitalverstümmelung betroffen sind (Hier lesen Sie mehr zu den schockierenden Zahlen). Die Stadt soll deswegen vor allem das Beratungsangebot ausweiten, fordern die Politker.

"Vor diesem Hintergrund setzen wir uns dringend für ein adäquates Unterstützungsangebot in München ein. Ein wichtiges Anliegen ist uns neben der Aufklärungsarbeit, insbesondere die Verbesserung der medizinischen Versorgung sowie Angebote der (Gesundheits-)Prävention", heißt es in dem Antrag.

So sollen Ärzte sensibilisiert und eine Vernetzung verschiedener Fachkräfte gefördert werden. Zudem wollen die Politiker das bereits existierende Beratungsangebot "Wüstenrose/IMMA e. V" um eine halbe Stelle erweitern.

 

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