Versteigerung auf der Wiesn Was sind die Lederhosn vom Schichtl wohl wert?

Abschiedswinken: Manfred Schauer (rechts, neben „Auktionator“ Josef Schmid) trennt sich für den guten Zweck von seiner Wiesn-Hose. Foto: Bernd Wackerbauer

Diese Frage ist seit gestern beantwortet: 1300 Euro. Und der neue Besitzer hat ein ganz besonderes Verhältnis zu den Beinkleidern.

München – Die Wiesn ist um ein Mysterium ärmer, denn seit heute weiß die Welt, was sich unter der Tracht von Schichtl-Chef Manfred Schauer verbirgt: leicht ausgewaschene blaue Boxershorts.

Die muss er herzeigen, weil seine Kurze den Besitzer wechselt – und natürlich macht er’s gern, lässt dafür etwas steif die Schichtl-Hüften kreisen und haut sich aus Ermangelung eines anderen Menschen, der das tut, selbst auf den Hintern.

Der neue Schichtl-Hosen-Eigentümer heißt Manfred Lipah, und das Teil ist ihm 1300 Euro wert. Eigentlich sogar noch mehr: 5000 Euro hat er zur Versteigerung ins Schichtl-Wirtshaus mitgebracht, weil er es unbedingt haben will. Er sammelt nämlich besondere Beinkleider, in seinem Geschäft „Lederhosenwahnsinn“ in Moosach hat er ein Museumszimmer für 650 Exemplare.

"Ich hätte nie geglaubt, dass so viel Geld zusammenkommt"

Die hellbraune Lederhose, die der „Schichtl“ 28 Jahre lang auf der Wiesn getragen hat, wird dort einen Ehrenplatz bekommen, sagt Lipah, „neben der vom Schichtl, die ich vor 20 Jahren ersteigert habe“. Damals für 4500 Mark, als Spende fürs Kinderhilfswerk Unicef.

„Ich hätte nie geglaubt, dass so viel Geld zusammenkommt“, sagt Schauer. Da trägt er schon wieder was über den Boxershorts, kurz nach der Versteigerung steht nämlich plötzlich eine Dame mit Hirmer-Tüte auf der Bühne und überreicht eine neue Hose vom Herrenausstatter. „Die is ein bisserl lang“, sagt Wiesn-Original Schauer, „aber die Geste finde ich sehr groß!“ Eine Zweithose hätt er aber auch noch dabeigehabt.

Am Ende legt Lipah auf sein Höchstgebot nochmal 200 Euro drauf

Streng genommen ist seine alte Lederne übrigens doch nicht ganz so viel wert: Lipah steigt mit einem Gebot von 1000 Euro ein, lächelnd. Die vorigen Bieter, vor allem „Bierbarone“, wie der Auktionator Bürgermeister Josef Schmid sie nennt – wie Brauer Siegfried Schweiger oder Bernhard Klier von Löwenbräu –, werden da still.

Auch, dass Schauer nochmal stolz die Hosenträger herzeigt, „mit Schweiß von 20 Jahr“, lässt keine Hand mehr nach oben schnellen. Lipah erhöht selbst auf 1100 Euro, und als er den Zuschlag erhält, legt er nochmal 200 drauf. „Mit tut’s nicht weh und anderen tut’s gut“, sagt er. Denn das Geld wird gespendet an die Münchner Tafel.

 

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