Verschwörungstheoretiker in Panik Youtube-Video zeigt angeblich Chemtrails über München

Chemtrails über München? Das glauben zumindest manchen Verschwörungstheoretiker. Foto: Screenshot Youtube

Chemtrail-Verschwörungen sind nicht totzukriegen. Auf Youtube steht ein Video, das angeblich riesige Chemtrails zwischen Augsburg und München zeigt.

 

München - "Unfassbares Video! Chemtrails über Augsburg und München! Unbedingt verbreiten": so lautet die Überschrift über dem gut acht minütigen Clip, geschrieben in Versalien. Seit gut vier Wochen steht der Film online, angesehen haben ihn in dieser Zeit über 50.000 Menschen.

In der Beschreibung steht, "die Regenwasserproben die mit Aluminium, Strontium und Barium voll sind (sic)", beweisen das "Verbrechen". Es ist die typische Argumentationskette der Verschwörungstheoretiker. Die Regierung, so ihre Annahme, versprühe aus Flugzeugen fein zerstäubte Chemikalien, um uns (die Bürger) damit zu manipulieren. Dadurch kann "die Regierung" ihre Macht sichern und ausbauen.

Chemtrails über München?

Belegt das Video nun die tatsächliche Existenz von Chemtrails? Nein, natürlich nicht. Zu sehen sind Kondensspuren von Flugzeugen und kleine Schleierwolken. Man sieht sogar, wie eine Maschine im Himmel fliegt, es entsteht die typische Kondensspur. Den Filmer wundert besonders, dass ein vermeintlicher "Chemtrail" blau ist - und deswegen natürlich besonders gefährlich sein muss.

In Wahrheit bricht lediglich das Licht, in der untergehenden oder aufgehenden Sonne (die Tageszeit ist in dem Video nicht erkennbar) entstehen dadurch die Farben am Himmel. Auch, dass einige Streifen heller oder dicker sind als andere und sich länger halten, ist erklärbar. Je höher der Wassergehalt in den Kondensstreifen, desto dicker. Da Flugzeuge unterschiedlich effiziente Motoren haben und in verschiedenen Höhen fliegen, sehen fast alle Streifen anders aus - und "treffen" sich auch manchmal.  Unlängst haben sich sogar ernsthafte Forscher des Phänomens angenommen, das Ergebnis ist wenig überraschend. Mehr dazu lesen Sie hier.

Physik im Alltag also, nicht mehr und nicht weniger. Das Video wird trotzdem seine Zielgruppe finden - Chemtrails sei Dank.

Wer sich selbst überzeugen will: Hier sehen Sie das Video.

 

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