Verrückter Spenden-Streit Diabolischer Plan: Satire-Partei will AfD kaputtspenden

Beatrix von Storch fleht die Partei-Mitglieder um Spenden an. Foto: AfD/Beatrix von Storch

Die Alternative für Deutschland (AfD) ruft ihre Anhänger seit Tagen auf, Geld an die Partei zu spenden. Dieser Aufruf bekommt jetzt unerwartet Unterstützung vom politischen Gegner. Allerdings hat die vermeintliche Wohltat einen Haken.

 

Berlin – Da eine Änderung des Parteiengesetzes den bisherigen AfD-Gold-Trick unmöglich machen soll, bettelt die Partei ihre Mitglieder dieser Tage regelrecht um Spenden an. So heißt es beispielsweise "das Schicksal der AfD liegt in Ihrer Hand" und dass man sich gegen einen "Anschlag auf unsere Existenz" wehren müsse. Dies gehe nur, wenn mindestens 20.000 Unterstützer je 100 Euro spenden.

Wie gut dieser Aufruf bislang fruchtet ist strittig, aber jetzt wird er auch von der Satire-Partei DIE PARTEI und der Antifa verbreitet. Jedoch mit einem kleinen Unterschied. Martin Sonneborn und seine Mitstreiter bitten nämlich um Kleinstspenden für die AfD – am besten in Höhe von genau einem Cent. Und das hat einen ziemlich diabolischen Grund.

Einen Cent bekommen, 54 Cent verlieren

Die Spende soll online über den Dienstleister Payrexx erfolgen. Der wiederum greift für die Zahlungabwicklung auf das weitverbreitete Paypal-System oder Sofortüberweisung zurück und genau das könnte der AfD massive Probleme bereiten. Paypal und Sofortüberweisung berechnen nämlich pro geschäftlicher Zahlung eine Servicegebühr in Höhe von 55 Cent. Bei einer Spende von einem Cent würde der AfD so also ein Minus von 54 Cent entstehen.

Das bestreitet die Alternative für Deutschland allerdings. In einem Eintrag auf der Facebook-Seite der Partei heißt es: "Mit PayPal und SOFORT haben wir natürlich ausgezeichnete Sonderkonditionen. Unter anderem darf die Gebühr für eine Transaktion nicht höher sein als das Volumen der Transaktion selbst. Eure 1-Cent-Überweisungen bringen euch also überhaupt nichts."

Ob dies den Tatsachen entspricht, wird allerdings von vielen Kleinstspendern angezweifelt. Denn nur wenige Sätze später droht die AfD recht unverhohlen: "Vor allem freuen wir uns über diverse Kontodaten und Adressen von Euch, die wir natürlich streng nach den Richtlinien des Datenschutzgesetzes behandeln und zu einer juristischen Prüfung einer möglichen strafrechtlichen Relevanz an die zuständigen Ermittlungsbehörden übergeben werden."

Erst spenden, dann zurückfordern

Und noch etwas spricht dafür, dass PARTEI und Antifa bei der AfD einen wunden Punkt getroffen haben: Seit Freitagnachmittag ist es plötzlich nicht mehr möglich, die Höhe des Spendenbetrags frei in das Online-Formular einzugeben. Stattdessen muss man mit vorgegebenen Beträgen vorlieb nehmen – und der geringste davon liegt bei fünf Euro.

Doch auch das scheint die AfD-Gegner nicht größer aufzuhalten, denn bei ihrer Mission, die Spendenaktion der rechtspopulistischen Partei zu torpedieren fahren sie nun ein neues Geschütz auf: Die Aktivisten sollen gemäß Paragraf 58 der Abgabenordnung zweckgebunden spenden. Und wenn die AfD diese Spenden dann annimmt, aber nicht gemäß des angegebenen Zwecks verwendet, könne man das Geld später zurückfordern.

Zusammen mit der Bitte um eine Spendenquittung würde so der Verwaltungsaufwand in kaum realisierbare Höhen getrieben werden.

 

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