Verantwortliche äußern sich Drohende Gastro-Schließungen: Dehoga widerspricht AZ-Bericht

Münchens Nachtschwärmer tanzen ausgelassen durch die Nacht – noch ist es erlaubt. Foto: imago images / Brunnthaler

Noch gibt es in München keine Gastro-Schließung. Schottenhamel dementiert den AZ-Bericht, Söder sagt, der Staat könne "nicht alles regeln" – und das erste Café garantiert Tischabstände von 1,20 Metern.

 

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München - Als ob die Zeiten gerade nicht eh schon turbulent genug sind, sorgt nun auch noch ein AZ-Bericht für viel Wirbel. Die Geschichte in der Freitagausgabe "München sperrt zu" über eine "zeitnahe" Schließung der Münchner Cafés, Clubs, Bars und Restaurants, die zunächst für "zwei Wochen" gelten soll, wurde nach ihrem Erscheinen umgehend dementiert.

Christian Schottenhamel, Gastronom, Wiesnwirt und Vorsitzender der Kreisstelle München des Bayerischen Hotel- und Gaststättenverbandes Dehoga Bayern, äußerte sich in einer Pressemitteilung: "Es hat zwar ein Treffen mit mir, den Sprechern der Münchner Innenstadtwirte, den Sprechern der Wiesnwirte und kleinen Wiesnwirte, des Vereins der bayerischen Festzeltbetreiber und dem Verein Münchner Brauereien mit dem bayerischen Innenmister stattgefunden. Es handelte sich aber, entgegen der Berichterstattung der Abendzeitung, um kein 'Gastro-Geheimtreffen', schon gar nicht ging es darum, Cafés, Restaurants, Clubs und Bars in dieser Stadt zuzusperren."

Schottenhamel: Offene Gesprächsrunde statt Gastro-Geheimtreffen

Schottenhamel weiter: "Wir haben in einer offenen Gesprächsrunde über unsere Probleme gesprochen, wie wir angesichts der Corona-Krise die Arbeitsplätze unserer 40.000 Mitarbeiter in München sichern können. Betriebe zu schließen, wäre hier exakt das Gegenteil dessen, was uns jetzt weiterhelfen würde. Selbstverständlich muss alles getan werden, um Risikogruppen zu schützen und das Gesundheitssystem in Bayern aufrecht zu halten. Die Maßnahmen hierzu müssen aber Experten beurteilen – das können wir Wirte sicher nicht."

Auch Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) äußert sich und betonte, dass es keine staatlich verordnete Schließung von Wirtshäusern in München geben wird: "Die Meldung, alle Münchner Lokale staatlich verordnet schließen zu lassen, ist grob falsch." Und weiter: "Im Gespräch mit den Vertretern der Gastronomie sind von Seiten der Gastwirte aufgrund der aktuellen Corona-Lage deren Sorgen dargelegt worden, dass enorme Umsatzeinbrüche zu Betriebsschließungen aus wirtschaftlichen Gründen führen könnten. Von staatlich verordneten Betriebsschließungen war nie die Rede, von keiner Seite!"

Söder: "Wir wollen nichts lahmlegen, wir wollen reagieren"

Ministerpräsident Markus Söder (CSU) äußerte sich am Freitagmittag auf einer Pressekonferenz auch zu einer möglichen Schließung von Lokalen. Eine Schließung sei nicht geplant, sagte er – und: Es sei unverantwortlich, etwas anderes zu berichten. Viele gastronomische Betriebe seien besorgt, dass nun keiner mehr komme.

Auf AZ-Anfrage, ob er den Münchnern denn nun trotz des Coronavirus dazu rate, weiterhin in Restaurants und Bars zu gehen, wollte sich der Ministerpräsident nicht direkt äußern. "Der Staat kann nicht alles regeln", sagte Söder, nachdem er verkündet hatte, dass bayernweit die Schulen geschlossen würden und auch für Veranstaltungen ab 100 Teilnehmern eine Genehmigung nötig sei: "Wir wollen nichts lahmlegen, wir wollen reagieren."

Und anschließend: "Deswegen werden wir jetzt – das haben wir für heute so entschieden – keine anderen Maßnahmen vorschlagen." Andere Maßnahmen greifen dafür bereits im Café Luitpold, wie Geschäftsführer Stephan Meier verkündet: "Wir haben 30 Prozent der Tische entfernt, um größere Abstände von über 1,20 Metern zwischen den Gästen zu garantieren." Außerdem werden alle Mitarbeiter "täglich in Bezug auf optimale Handhygiene nachgeschult und kontrolliert". Alle Türgriffe, Tischplatten, Stühle und Arbeitsflächen werden "mehrmals täglich desinfiziert". (Mitarbeit: Paul Nöllke)

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