Zum Valentin-Karlstadt-Musäum Dackel-Parade in München: Zamperl erobern die Stadt

, aktualisiert am 17.03.2019 - 17:21 Uhr
Die Dackel-Parade am Sonntag: Viele kurze Beine sind bei bestem Gassi-Wetter durch die Stadt gezogen. Foto: Daniel von Loeper

Am Sonntag fand in München wieder die große Dackel-Parade statt. Gemeinsam mit den Zweibeinern ging es zur Dackel-Ausstellung ins Valentin-Karlstadt-Musäum.

 

München - Krumme Beine und treuherziger Blick: Hunderte Dackel sind am Sonntag mit Herrchen und Frauchen zusammen durch München spaziert.

Anlass der Parade am warmen Frühlingstag: die Ausstellung "Vorsicht! Dackel" des Valentin-Karlstadt Musäums. So manch zwei- und vierbeinige Teilnehmer hatten sich in Schale geworfen. Einige Dackel etwa trugen eine Hals-Schleife in den Bayern-Farben weiß-blau, einer ein grünes Hütchen. So manch Hundebesitzer trug Tracht. Schaulustige auf beiden Straßenseiten bildeten geschlossene Reihen.

"Die Münchner sind im Prinzip selbst wie Dackel: treu, aber nicht erziehbar." So fasst Helmut Bauer die Beziehung der Stadt zu ihrem liebsten Hund zusammen. Vielleicht hätte sich der Mephisto in Goethes Faust also doch eher in Dackelgestalt ins Studienzimmer begeben sollen, wo er dort doch verkündete: "Ich bin der Geist, der stets verneint."

In der Ausstellung "Vorsicht! Dackel", die ab Freitag im Valentin-Karlstadt-Musäum (Im Tal 50) zu sehen ist, wird dem kurzbeinigen Stadtmaskottchen doch noch die späte Dichterehre zuteil: Der Künstler Leonhard Hurzlmeier hat im Stile des Gemäldes "Goethe in der Campagna" ein ebensolches vom "Dackel in den Chiemgauer Voralpen" extra für die Ausstellung gemalt. Lebensgroß freilich, aber das ist beim Dackel ja nicht besonders riesig.

In der AZ: Der Dackel an der Seite von Herrn Hirnbeiß

Wenn man auf die lange Geschichte der Dackelkunst zurückblickt, dann findet man allerdings weniger edle Gemälde, als getuschte Karikaturen – für die sind die Zamperl mit ihrer etwas unkonventionellen Statur ja auch prädestiniert. "Der Dackel ist quasi selbst eine Karikatur. Bei der Recherche für die Ausstellung hat mich überrascht, wie oft der Dackel dargestellt wurde, um menschliche Belange zu schildern", sagt Helmut Bauer, der die Ausstellung kuratiert.

Auch als Begleiter der karikierten Münchner mit Bierbauch, Schnauzbart und grantigem Gschau war der Dackel ständig dabei. Es gab Zigarrenschneider in Dackelform und Nachziehdackel, 1972 war das Maskottchen der Olympischen Spiele der Waldi. Und zu den verkauften Fanartikeln gehörte auch ein Freizeitgewand für den modebewussten Dackel.

Am 17. März große Kunstaktion mitsamt Trojanischem Dackel

Wie oft sich da der Geist, der stets verneint, bemerkbar gemacht hat, ist nicht überliefert. Die Ausstellung läuft bis zum 21. Mai, am 17. März gab es noch eine große Kunstaktion mitsamt Trojanischem Dackel. Der ist so groß wie ein Wohnwagen, und in seinem Bauch steckt die Kunst – die dann die Stadt symbolisch (zurück)erobert. Der trojanische Dackel führte am 17. März die Parade an. Um 14 Uhr zog das Rudel vom Deutschen Museum zum Valentin Karlstadt Musäum.

Das Musäum hat auch selbst eine Verbindung zum Dackel: 1930 feierte Bruno Franks Volkstheaterstück "Der Sturm im Wasserglas" Premiere. In der Hundekomödie spielte erst Therese Giese die Hauptrolle, dann Liesl Karlstadt. Auch wenn die Waldis nicht ins Musäum dürfen, lautet die dringende Empfehlung, in die Ausstellung zu dackeln.

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