Untergiesing Graffiti am Hans-Mielich-Platz: Bahn gibt Lärmschutzwand frei

Noch ein wenig trist, aber bald bunt: Die Lärmschutzwand am Hans-Mielich-Platz. Foto: Melly Kieweg

Eine weiterer Erfolg für die Bürgerinitiative „Mehr Platz zum Leben“: Jetzt darf auch die Lärmschutzwand am Hans-Mielich-Platz von Graffiti-Künstlern verschönert werden.

Untergiesing - Wenn man von der Deutschen Bahn etwas möchte, gibt es zwei Möglichkeiten: Entweder man hat einen langen Atem – oder einfach Glück. Melly Kieweg von der Bürgerinitiative „Mehr Platz zum Leben“ hatte beides.

Fast ein Jahr lang hat sie einem Bahn-Mitarbeiter wegen einer Genehmigung hinterhertelefoniert – vergebens. Der Zuständige war immer unterwegs oder nicht zu sprechen. Irgendwann hatte sie genug. Als sie vor einigen Tagen am Kolumbusplatz ein paar Menschen auf den Gleisen herumwuseln sah, ging sie auf diese einfach zu. Und siehe da: Unter den Bahn-Leuten war tatsächlich der Mann, den sie so lange zu erreichen versucht hatte.

Worum es Melly Kieweg ging? Um die Lärmschutzwand am Hans-Mielich-Platz. Die schirmt die Anwohner zwar erfolgreich von der Bahnstrecke ab, ist mit ihrem tristen Grau vielen aber auch ein Dorn im Auge. Kieweg wollte die Wand deshalb gerne von ein paar Graffiti-Künstlern gestalten lassen. Nicht in einer Nacht-und-Nebel-Aktion, versteht sich, sondern ganz legal. Aber dafür braucht man von der Deutschen Bahn eben eine Genehmigung.

Nun ist diese Genehmigung da. Kieweg rang den Bahn-Leuten noch auf den Gleisen am Kolumbusplatz die Zusage ab. Ende April, wenn sich bei der Stroke-Artfair auf der Praterinsel wieder internationale Straßenkünstler treffen, sollen die Graffiti-Maler auch einen Abstecher nach Untergiesing machen und dort die graue Lärmschutzwand umgestalten.

„Wir haben es geschafft, unser Viertel wieder ein bisschen bunter zu machen“, freut sich Kieweg. Gemeinsam mit ihrer Bürgerinitiative hat sie kürzlich auch das städtische Baureferat zur Freigabe einiger Pfeiler an der Candidbrücke bewegen können. Dort haben sich mittlerweile mehrere Graffiti-Künstler ausleben können. Die Baubehörde war anfangs skeptisch, empfindet die Gestaltung inzwischen aber als so gelungen, dass im Frühjahr nun vier weitere Pfeiler bemalt werden dürfen.

 

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