Unglücklicher Ausgleich Remis gegen Heidenheim: Löwen überwintern im Keller

Heidenheim erkämpft sich beim TSV 1860 ein Remis. Foto: imago

Gegen Heidenheim hat der TSV 1860 lange die Zeit auf einen Sieg. Doch eine Aktion von Uduokhai bringt die Löwen um den verdienten Lohn und hält sie im Tabellenkeller.

 

München - Der Löwe brüllt noch, hat aber wieder mal einen Befreiungsschlag verpasst.

Der TSV 1860 hat am Freitagabend nach einem weitgehend starken Auftritt den erhofften Sieg vor der Winterpause verpasst. Lange Zeit mutige Sechzger spielten gegen das Zweitliga-Spitzenteam 1. FC Heidenheim 1:1 (1:0) und vergrößerten zumindest bis Samstagmittag den Vorsprung auf Relegationsrang 16 auf drei Punkte.

Trainer wird am Montag vorgestellt

Dennoch: Die Leistung war ein positives Signal, drei Tage bevor in Giesing der neue Cheftrainer präsentiert werden soll. Das erklärte 1860-Präsident in der Halbzeitpause im Gespräch mit Sky. Vieles deutet daraufhin, dass es sich um den seit Wochen gehandelten Portugiesen Vitor Pereira handelt.

Sascha Mölders (27. Minute) hatte Sechzig gegen die Schwaben in Führung geschossen, Marc Schnatterer (72.) glich vor nur 15.300 Zuschauern per Foulelfmeter für die Ostälbler aus.

Das Löwen-Trainerteam, in dem Daniel Bierofka mangels Fußballlehrer-Lizenz zum Assistenten von Denis Bushuev wurde, hatte die Giesinger offensichtlich bestens auf den Gegner eingestellt. Bei Ballbesitz des FCH rückten die Außenverteidiger Filip Stojkovic und Maximilian Wittek weit zurück und bildeten mit dem Trio Felix Uduokhai, Kai Bülow und Jan Mauersberger eine tiefstehende Fünferkette.

Taktische Variante

Bei eigener Offensive schoben die beiden teils weit nach vorne, vor allem der Mazedonier Stojkovic tat sich immer wieder mit Vorstößen in Richtung Grundlinie vor. Der Beginn war noch verhalten. Doch ab Mitte der ersten Hälfte waren die Sechzger überlegen gegen überraschend zurückhaltende Schwaben, die ansonsten für ihre überfallartigen Tempogegenstöße bekannt sind.

Dann die Erlösung. Der wieder mal starke Levent Aycicek schlug einen Standard aus dem Halbfeld gefährlich vor den Fünfmeterraum, wo Kapitän Mauersberger den Ball tückisch in Richtung langen Pfosten verlängerte. Mölders sprintete ein und drückte den Ball gegen den Lauf des zaghaften FCH-Keepers Kevin Müller vorbei ins Tor.

Sechzig blieb am Drücker. Nur kurz später bedrängte Stojkovic Arne Feick am langen Pfosten, sodass der Heidenheimer den Ball beinahe selber reingemacht hätte (30.). Riesen-Ärger dann nach 36 Minuten: Aycicek spielte den Ball fein durchdacht in den Lauf von Daylon Claasen, der im Strafraum zu Boden ging. Elfmeter? Schiedsrichter Robert Kempter verneinte - und lag damit wohl falsch. Feick hatte den Südafrikaner mit dem Oberkörper klar umgestoßen.

Unbedachter Moment von Uduokhai

Auch nach der Pause waren die Giesinger obenauf, zeitweise spielten sie wie befreit auf. Mölders behauptete sich gleich gegen zwei Gegenspieler, scheiterte aber am präsenten Müller (50.). Der FCH-Keeper konnte dann einen Flatterball von Aycicek, der mittig aufs Tor kam, nicht festhalten (58.). Beinahe kullerte der Ball noch hinter die Linie. Beinahe.

Nach 66 Minuten scheiterten Mölders und Mauersberger nach einem Standard jeweils knapp vor dem Tor. Es fehlte der Punch – er folgte gegen Sechzig. Uduokhai ließ gegen Feick unbedacht das Bein stehen, Schnatterer verwandelte den folgenden Strafstoß sicher gegen den Lauf von Ortega.

Die Sechzger rannten weiter an, es sollte nicht zum Sieg reichen.

Die Weichen für eine erfolgreichere Zukunft will 1860 am Montag stellen. Dann wird laut Klub-Präsident Peter Cassalette der neue Trainer vorgestellt. Vieles deutet darauf hin, dass der seit Wochen gehandelte Portugiese Vitor Pereira (48) als neuer Coach präsentiert wird. "Wir sind ganz zufrieden mit unserer Auswahl", sagte Cassalette lediglich bei Sky.

 

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