Unfall auf dem Weg zu Olympia Neureuthers Fehlstart: Unfall mit Folgen

Nach seinem Auto-Unfall: Felix Neureuther verlässt die Arztpraxis von Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt. Foto: dpa

Neureuther verpasst den Flieger nach Sotschi, weil er auf der A95 bei Starnberg ins Blitzeis gerät. Er erleidet ein Schleudertrauma, geprellte Rippen und Zerrungen. Ermittlungen wegen Unfallflucht.

 

München - Noch träum ich von Olympia! Morgen um 7 Uhr geht der Flieger nach Sotchi, good night.“ Das postete Felix Neureuther am Donnerstagabend auf Facebook, unter einem Bild, das ihn süß schlummernd zeigt. Der Tag danach war weniger putzig: Blitzeis, Crash, Schleudertrauma, geprellte Rippen, Zerrung des Bandapparates – weg war der Flieger zu Olympia, dem größten Rennen seiner Karriere. Besuch von der Polizei gab’s auch: Ermittlungen wegen Fahrerflucht. Drama-King Felix Neureuther.

Zwei gute Nachrichten gab’s dennoch. Nach fünfstündiger Untersuchung bei Dr.Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt sagte Deutschlands bester Skifahrer: „Einem Start sollte nichts im Wege stehen." Und über Beifahrerin Miriam Gössner, seine Freundin, die Olympia wegen schweren Rückenproblemen absagen musste: „Ihr geht es gut.“ Immerhin.

Der Reihe nach: Um sieben in der Früh sollte Neureuther von München über Frankfurt nach Sotschi fliegen. Auf der A95 nahe der Ausfahrt Starnberg rutschte er mit seinem Audi A6 in eine Leitplanke. DSV-Männertrainer Charly Waibel sagte: „Den Aufprall konnte er nicht mehr vermeiden, aber den Aufprallwinkel günstiger gestalten.“ Neureuther meinte: „Es war Blitzeis auf der Autobahn, dann bin ich links in die Leitplanke rein. Gott sei Dank ist es gutgegangen.“ Die Polizei fand an der leicht nach hinten gebogenen Leitplanke ein paar Trümmerteile und stellte 300 Euro Schaden fest. Neureuther: „Den werde ich natürlich bezahlen, kein Problem.“

Neureuther, 1. Zollhauptwachmeister in der Bundeszollverwaltung, meldete den Unfall nicht sofort. Das tat Freundin Miriam erst später bei der Polizei in Garmisch. Prompt leitete die Staatsanwaltschaft München II ein Ermittlungsverfahren ein: Verdacht auf Unfallflucht.

Neureuther fuhr vom Unfallort weiter zum Flughafen. Am Terminal traf er Techniktrainer Alfred Doppelhofer, mit dessen Auto es zum Doc ging. „Er hat Schmerzen verspürt im Bereich des Rückens“, erklärte Waibel. Müller-Wohlfahrt konnte „keinen Hinweis auf knöcherne Verletzungen“ feststellen, Neureuther verkündete: „Es geht mir den Umständen entsprechend gut. Ich bin froh, dass es glimpflich ausgegangen ist. Das Wichtigste ist, dass ich gesund geblieben bin. Ich fliege am Samstag nach Sotschi." Das immerhin erlaubte ihm auch die Polizei, die ihn beim Arzt besucht und vernommen hatte.
Sein erstes Rennen, den Riesenslalom, hat Neureuther am Mittwoch. DSV-Coach Waibel meinte: „Das Gemeine an einem Schleudertrauma ist, dass die Auswirkungen erst nach Tagen auftreten können, Schwindel zum Beispiel. Aber Felix ist ein außergewöhnlicher Athlet und hat gezeigt, dass er mit solchen 'Behinderungen' umgehen kann. Wenn er denn eine hat. Ich bin überzeugt, dass er das gut wegstecken kann, wenn er denn oben am Start steht."

DSV-Alpin-Direktor Wolfgang Maier meinte: „Felix ist immer für eine Überraschung gut.“ Kollege Marcel Hirscher twitterte: „Was machst du für Sachen?! Sieh zu, dass du rasch fit wirst. Ich drücke dir die Daumen!“ Und Vater Christian simste der AZ: „Das war heute ein echter Felix.“

 

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