"Unerträglich und nicht länger hinzunehmen" Abbruch-Streit in 3. Liga: Jetzt spricht der DFB ein Machtwort

Die Verantwortlichen des DFB haben langsam genug von den Abbruch-Diskussionen in der 3. Liga. Foto: Arne Dedert/dpa

Der Zoff in der 3. Liga eskaliert immer weiter. Am Mittwoch meldete sich der DFB zu Wort und richtete eine deutliche Ansage an die Befürworter eines Abbruchs - die finanziellen Konsequenzen müssten die Klubs in diesem Falle selbst tragen.

 

München/Frankfurt - Zerbricht die 3. Liga im Streit um ihre Zukunft? Die Befürworter eines Saisonabbruchs sorgen für immer mehr Unmut bei der Konkurrenz - auch der Deutsche Fußball-Bund (DFB), der die Saison auf sportlichem Wege beenden will, scheint von den Zwistigkeiten mittlerweile genug zu haben.

Die aktuellen Debatten fügten der Liga einen großen Schaden zu, wie der DFB am Mittwochabend im Anschluss an eine Videokonferenz mit den Präsidenten der Regional- und Landesverbände mitteilte. Der Verband forderte die Klubs deshalb erneut zu einem lösungsorientierten Verhalten auf.

"In diesem Zuge erwartet die Konferenz der Präsidenten, dass etwaige, mit einem selbst gewählten Abbruch der Saison verbundene Zahlungsverpflichtungen des DFB in Bezug auf Schadenersatz und Regress von den Vereinen der 3. Liga getragen würden", hieß es in der Mitteilung.

Koch schimpft: "Ein unwürdiges Schauspiel"

In welcher Höhe Schadenersatz zu erwarten wäre, ließ der DFB offen. Ebenso unklar ist, ob die von der DFL bedingungslos zur Verfügung gestellte Soforthilfe von 7,5 Millionen Euro dafür verwendet werden könnte.

Auch DFB-Vizepräsident Rainer Koch, der bereits am Dienstag gegen die Abbruch-Forderer wetterte, meldete sich zu Wort. Ein Teil der Klubs spiele derzeit ein "für den Fußball in Deutschland unwürdiges Schauspiel", das "unerträglich und nicht länger hinzunehmen" sei. 

Auch zur Debatte um die Einführung einer etwaigen zweigleisigen 3. Liga äußerte sich der DFB. Eine Umsetzung der Pläne sei kurzfristig nicht machbar, wie der Verband mitteilt. 

Zweigleisige 3. Liga: DFB warnt

Zum gegenwärtigen Zeitpunkt lägen die "notwendigen strukturellen, ordnungsrechtlichen, wirtschaftlichen und zulassungstechnischen Voraussetzungen" nicht vor. "Vor diesem Hintergrund scheint eine kurzfristige Einführung nach Einschätzung der Konferenz weder faktisch noch rechtlich und wirtschaftlich umsetzbar sein", hieß es.

Der Saarländische Fußball-Verband (SFV) will beim Außerordentlichen Bundestag am 25. Mai einen Antrag auf eine zweigleisige 3. Liga einreichen. Hinter dem Konzept stehen offenbar mindestens 25 Viertligisten.

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