Drama in Mali Zwei Bundeswehr-Soldaten sterben bei Hubschrauber-Absturz

, aktualisiert am 26.07.2017 - 22:14 Uhr
Bundeswehr-Hubschrauber vom Typ "Tiger" (Archivbild). Foto: dpa

In der Wüste Malis ist ein Hubschrauber der Bundeswehr abgestürzt, der im Rahmen der UN-Mission unterwegs war. Dabei sterben zwei Bundeswehrsoldaten

 

Ein Hubschrauber der Bundeswehr mit zwei deutschen Besatzungsmitgliedern ist in Mali abgestürzt. Beide Soldaten sind bei dem Unglück ums Leben gekommen, wie Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) am Abend mitteilte. 

Der Tiger-Kampfhubschrauber stürzte demnach in Tabankort in der Region Gao bei der Beobachtung von Kampfhandlungen am Boden ab, sagte ein Sprecher des UN-Generalsekretärs in New York der dpa. Rettungskräfte seien zur Unfallstelle geschickt worden.

Von der Leyen wurde von dem Unglück am Mittwoch auf ihrer Sommerreise im oberbayerischen Pöcking unterrichtet. Die Aufklärung dauere noch, weshalb man sich noch nicht zu Details äußern könne, hieß es am Mittwochabend.

Mission dient der Stabilisierung Malis

Die Mission Minusma der Vereinten Nationen (UN) soll zur Stabilisierung Malis und und zur Umsetzung eines Friedensabkommens beitragen. Nach Angaben der Bundeswehr umfasst sie derzeit rund 13 000 Blauhelm-Soldaten und knapp 2000 Polizisten.

Die Bundeswehr kann sich mit bis zu 1000 Soldaten an dem Einsatz beteiligen, das Mandat erlaubt auch den Einsatz von Waffen. An der Mission beteiligen sich derzeit 875 Bundeswehr-Soldaten. Die Truppe ist in der ehemaligen Rebellenhochburg Gao stationiert.

Der Norden Malis war 2012 vorübergehend in die Hände islamistischer Extremisten und anderer Rebellengruppen gefallen, sie konnten aber nach einer Intervention französischer Streitkräfte zurückgedrängt werden. Die Mission Minusma gilt nach wie vor als derzeit gefährlichster Einsatz der Bundeswehr.

Gruppierungen wie Al-Kaida terrorisieren den Norden Malis schon lange. Extremisten greifen dort immer wieder UN-Friedenstruppen und malische Streitkräfte an. Es kommt aber auch zu Anschlägen im Zentrum und Süden, etwa im November 2015, als Terroristen das Radisson-Hotel in Bamako angriffen und rund 20 Menschen töteten.

Bei einem Hubschrauberabsturz im Norden Malis im März waren zwei niederländische Blauhelmsoldaten ums Leben gekommen. Die Besatzung habe aus unbekannten Gründen nahe der Stadt Gao eine Notlandung versucht, dabei sei der Hubschrauber abgestürzt.

Vier Hubschrauber im Einsatz

Vier Tiger-Kampfhubschrauber der Bundeswehr sind in Mali im Einsatz, sie waren im Frühjahr im nordhessischen Fritzlar für den Einsatz in Westafrika verladen worden. Außerdem sind vier NH90-Transporthubschrauber im Einsatz, um etwa Verwundete auszufliegen.

Mit dem Tiger gab es immer wieder Probleme. Zuletzt fehlten Piloten, um das Gerät zu fliegen. Der "Expertiseverlust" werde zunehmend zu einem "flugsicherheitsrelevanten Thema", hieß es im Juni in einem internen Bericht des Kommandos Heer, aus dem der "Spiegel" zitiert hatte. Eine Handvoll Piloten werde für alle Übungs- und Schießvorhaben sowie Einsätze und einsatzgleiche Verpflichtungen herangezogen. Sie würden der hohen zeitlichen Belastung nicht mehr standhalten, hieß es in dem Bericht.

Bedenken gab es auch wegen der Einsatzbereitschaft der Hubschrauber in der westafrikanischen Hitze. Der Inspekteur des Heeres hatte eine Ausnahmegenehmigung für den Flug unter hohen Temperaturen erteilt, bevor sie am 1. Mai einsatzbereit gemeldet wurden. Zunächst galt eine maximale Temperaturobergrenze von 43,26 Grad Celsius für den Start der Hubschrauber. Dieser Maximalwert, der sich je nach Luftdruck und Flughöhe berechnet, wurde für den Einsatz in Mali um fünf Grad angehoben.

 
 

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