Umweltfreundlich oder nicht? CO2-Bilanz: Sind E-Autos Klima Killer?

Der ADAC hat die Kohlendioxid-Bilanz von E-Autos mit Verbrennern verglichen – das Ergebnis verblüfft. Foto: Patrick Pleul/dpa

Eine ADAC-Studie zeigt, dass viele Wagen bei der CO2-Bilanz schlechter abschneiden als dicke Diesel – das ließe sich aber leicht ändern.

 

Die Grünen wollen ab 2030 jedem Verbrenner die Neuzulassung verweigern, die Schweden von Volvo verabschieden sich schon im kommenden Jahr von Diesel und Benzinern – und für Umweltschützer ist eh klar: Das Elektroauto ist der große Hoffnungsträger, um die Klimaschutzziele im Straßenverkehr zu erreichen.

Wie sauber sind E-Autos wirklich?

Doch auch wenn sich Politik, Verbände und die meisten Autokonzerne einig sind, dass die Zukunft des Automobils elektrisch ist, nährt eine neue Studie des ADAC Zweifel, ob das E-Auto zumindest kurzfristig wirklich klimafreundlicher ist als die Verbrenner. Der elektrische Antrieb verursacht zwar im laufenden Betrieb keine Emissionen, doch beim Bau des Autos, der Batterie-Herstellung, der Erzeugung von Strom und beim Recycling entstehen Emissionen. Und die sind laut ADAC zu berücksichtigen, wenn es darum geht, die Umweltfreundlichkeit eines Wagens zu bewerten. Wie sauber sind E-Autos wirklich? Der ADAC hat die verschiedenen Antriebstechniken in drei Segmente (Kleinwagen, Kompaktklasse, obere Mittelklasse) eingeteilt und die besten Autos des ADAC EcoTest bei einer Gesamtlaufleistung von 150.000 Kilometern miteinander verglichen. Der Autoclub legt für die Berechnungen den deutschen Strommix mit seinen 23 Prozent regenerativen Energien zugrunde – einen hohen Anteil nehmen hier immer noch Kohlekraftwerke ein.

Der Strom-Mischung von 2013 – gesicherte aktuellere Zahlen aus dem Umweltbundesamt liegen dem ADAC nicht vor. Ob E-Autos klimafreundlich sind, hängt größtenteils vom gezapften Strom ab.

Der Strom-Mischung von 2013 – gesicherte aktuellere Zahlen aus dem Umweltbundesamt liegen dem ADAC nicht vor. Ob E-Autos klimafreundlich sind, hängt größtenteils vom gezapften Strom ab.     

Grafik: ADAC

Das Ergebnis der Untersuchung: In der oberen Mittelklasse zeigt der Diesel mit 33 Tonnen CO2 auf 150 000 Kilometer das beste Ergebnis – das entspricht 219 Gramm CO2 pro Kilometer. Dahinter folgt erst das E-Auto (Strommix) mit 41 Tonnen CO2, der Plug-in-Hybrid mit 43 und der Benziner mit 45 Tonnen Kohlendioxid. "Das E-Auto würde sich gegenüber dem Benziner nach 116.000 Kilometern rechnen, im Vergleich zum Diesel erst nach 580.000", rechnet der ADAC vor. Der Elektrowagen schneidet vor allem wegen des größeren Emissions-Ausstoßes bei Batterieproduktion und hohen Stromverbrauch während der Fahrt katastrophal ab.

E-Auto als Zweitwagen lohnt sich in Ökobilanz nicht

Bei den Wagen der Kompaktklasse hat bereits das E-Auto mit 150 Gramm Kohlendioxid pro Kilometer die beste Bilanz, nur knapp dahinter liegen Plug-in-Hybrid und Hybrid. Beim Diesel sind’s hier schon 186 Gramm CO2 pro Kilometer. Wer mit dem Gedanken spielt, einen E-Kleinwagen mit wenig Laufleistung (50.000 Kilometer) nur als Zweit- oder Stadtauto zu nutzen, sollte sich laut ADAC von dieser Idee verabschieden. Er lohnt sich aktuell in der Ökobilanz nicht.

Laut ADAC lässt sich abschließend keine Aussage treffen, welche Technik am klimafreundlichsten abschneidet. "Allerdings könnten E-Autos eine deutlich bessere CO2-Bilanz aufweisen, würden sie ausschließlich mit regenerativem Strom fahren." Ob ein E-Auto tatsächlich ein Klima-Killer ist oder nicht, hängt also vom genutzten Strom ab – je grüner, desto umweltschonender.

 

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