Umstrittenes Turnier im Dezember? Gewinner und Verlierer einer Winter-WM in Katar

Gibt es eine Fußball-WM im Winter? Dieses Szenario hätte verschiedene Gewinner und Verlierer. Foto: dpa/AZ

Die Fußball-WM 2022 soll am umstrittenen Standort Katar stattfinden. Die Besonderheit hierbei: Momentan wird in verschiedenen Gremien diskutiert, ob das Fußball-Spektakel im Winter stattfinden soll. Dieses Szenario hätte sowohl Gewinner, als auch Verlierer.

 

Berlin - Die Fußball-WM in Katar 2022 soll im November und Dezember stattfinden. Gewinner und Verlierer einer Winter-WM:

Gewinner

Spieler: Den Spielern bleiben - speziell in den Trainingsquartieren - Sommer-Temperaturen um 40 Grad erspart. Im Winter herrschen stattdessen in Katar moderate Temperaturen von bis zu 25 Grad.

IOC: Als Alternative war auch der Januar/Februar 2022 im Gespräch. Dann wäre die Fußball-WM mit den Olympischen Winterspielen kollidiert. Das Winterspektakel soll vom 4. bis 20. Februar in Almaty oder Peking ausgetragen werden.

Sommersportverbände: Eine WM im Sommer hatte bislang alles überlagert. Sportarten wie der Radsport profitieren von einer Winter-WM, schließlich findet die Tour de France stets im Juli statt.

Bars, Cafés, Restaurants: Statt Biergärten werden sie im Winter zum öffentlichen Wohnzimmer für Millionen Fans. Die Bierbrauer sind trotz fehlender Hitze zur Erfrischung gelassen: "Dafür muss sich beim "Public Freezing" niemand Sorgen machen, dass das Bier nicht kalt genug ist", teilte der Deutsche Brauerbund mit.

Verlierer

Vereine: Die Top-Clubs müssen in einer Zeit, in der Hochbetrieb im Clubfußball herrscht, fast zwei Monate ihre Topspieler an die Nationalmannschaften abstellen. Entsprechend fordern die Vereine eine Entschädigung. Eine Winter-WM werde das Vereinsgeschäft beeinflussen, sagte Bayern-Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. "Diese Kosten können nicht durch die Clubs bezahlt werden."

Europäische Top-Ligen: Sie müssten ihren Spielplan komplett ändern. Die Bundesliga müsste beispielsweise von Ende Oktober bis in den Januar hinein aussetzen. In England würde beispielsweise der Boxing Day, einer der lukrativsten Spieltage des Jahres, am zweiten Weihnachtsfeiertag wegfallen.

UEFA: Die Geldmaschine Champions League müsste ihren Spielplan ebenfalls umkrempeln. Im November/Dezember fallen normalerweise die Entscheidungen in der Gruppenphase.

FIFA: FIFA-Chef Sepp Blatter wird die Schatulle für Kompensationszahlungen an die Ligen und Vereine für seinen Terminwunsch öffnen müssen. Dazu kommen die bereits seit Jahren anhaltenden negativen Schlagzeilen wegen der Katar-WM.

Wintersportverbände: Im November/Dezember laufen hochkarätige Wintersport-Veranstaltungen bereits auf vollen Touren. "Dass es hier zu Interessenskollisionen kommen wird, liegt auf der Hand", bemerkte der Präsident des Deutschen Skiverbandes (DSV), Franz Steinle.

TV-Markt: In den USA ist im November/Dezember Football-Time. Das Sommerloch im US-Sport wäre für den übertragenden US-Sender Fox lukrativer. Für die TV-Anstalten in England ist der Boxing Day am 26. Dezember ein wesentlicher Bestandteil.

Fans: Ein Sommermärchen bei Grillwetter wird es nicht geben. Beim Public Viewing sind Schal und Handschuhe angesagt.

Biergarten-Wirte: Die Biergärten würden bei einer Winter-WM leer ausgehen.

 

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