Umgang mit Niko Kovac FC Bayern: Marcel Reif kritisiert "permanentes Geraune" der Bosse

Trainer Niko Kovac geht mit dem FC Bayern in die titel-entscheidende Phase der Saison - ohne die Rückendeckung der Vereinsbosse. Foto: Jan Woitas/dpa

Für ihren Umgang mit Trainer Niko Kovac müssen die Bosse des FC Bayern weiter heftige Experten-Kritik einstecken. Marcel Reif und Stefan Effenberg legen nach.

 

München - Wie wird sich Niko Kovac gerade wohl fühlen? Nun, der Trainer des FC Bayern schwebt angesichts der nicht enden wollenden Debatte um seine Person und um seine Zukunft beim deutschen Rekordmeister wohl nicht auf Wolke sieben.

Ein klares Bekenntnis der Vereinsobereren bleibt seit Wochen aus. Und dabei könnte der 47-Jährige gerade jetzt in der entscheidenden Phase der Saison den Rückhalt gut gebrauchen. Schon ein Remis gegen Kovacs Ex-Klub Eintracht Frankfurt würde am Samstag für den siebten Titel in Serie genügen.

Und dann? Ob der Kroate auch in der kommenden Saison in München arbeitet, ist ungewiss - es gibt ein denkwürdiges Gezerre um Qualität und Zukunft des Trainers. Experten bewerten die Leistung von Kovac insgesamt mindestens als "gut". Wie die Bayern-Bosse mit dem Coach umgehen, das irritiert die meisten mindestens.

Reif: Bayern-Bosse machen die Dinge "kompliziert"

Reporter-Legende Marcel Reif kann das Handeln der Bayern-Spitze in der Personalie Kovac nicht nachvollziehen. In seiner Kolumne auf "Sport1" schreibt er: "Wenn du einen Trainer holst, machst du dir Gedanken. Entweder holst du einen Feuerwehrmann, aber den brauchten sie nun wirklich nicht. Oder du holst einen Trainer, von dem sie wissen und überzeugt sind, dass er das neue Bayern bauen kann."

Reif nimmt gerade Karl-Heinz Rummenigge nicht ab, dass genau das Kovac zutraut. Wenn der Vorstandsboss der Ansicht sei, Bayern sei kein Ausbildungsverein für einen jungen Trainer, dann dürfe man das Jahr so nicht angehen: "Aber sie sind reingegangen mit einem jungen, neuen Sportdirektor und einem neuen, jungen Trainer. Und tun von außen alles, um die Dinge kompliziert zu machen - unter anderem mit einer absurden Pressekonferenz und dem permanenten Geraune."

Effenberg: Bayern-Bosse "sollten sich nicht zu sicher sein"

Auch Ex-Bayern-Kapitän Stefan Effenberg bezieht in seiner Kolumne auf "t-online" Stellung und spricht in seiner Kritik an den Bayern-Bossen Klartext. "Der Verein sollte sich endlich zu einhundert Prozent zu Kovac bekennen. Vielleicht kriegen das die Verantwortlichen ja auch mal hin innerhalb der nächsten 14 Tage. 'Wir stehen ohne Wenn und Aber zu Niko Kovac und gehen mit ihm in die neue Saison.' Das kann doch nicht so schwer sein. Es ist traurig, dass sie das bisher nicht geschafft haben."

Effenberg kann auch keine Alternative ausmachen, er wisse aktuell nicht, wen sie beim FC Bayern "statt Kovac als Trainer holen wollen würden". Dem 50-Jährigen würde es gefallen, wenn Rummenigges Ansage, dass es keine Jobgarantie für niemanden gebe und jeder am Erfolg gemessen werde, eben auch für  die Vereinsspitze gilt.

Effenberg: "Die Verantwortlichen sind immer in einer komfortablen Situation. Sie können den Daumen heben oder senken und die Schuld auf den Trainer schieben. Sie sollten sich aber nicht zu sicher sein. Das kann bei der nächsten Jahreshauptversammlung auch mal wie ein Bumerang zurückkommen."

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