Um Luftwerte zu verbessern Erst 40 dann 30: Fraunhoferstraße bekommt Tempolimit

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
In der Frauenhoferstraße soll es ab Herbst ein Tempolimit geben. Foto: Fabian Dosch

Um die Luftwerte zu verbessern, will die Stadt im Herbst einen zweijährigen Test starten. 2022 soll sogar nur noch Tempo 30 erlaubt sein.

 

München - Ein schmalerer Radweg, dafür Lieferzonen – und Tempo 30. So hatte die CSU-Fraktion es sich im Oktober vergangenen Jahres gewünscht. Diese Woche forderte Fraktionschef Manuel Pretzl die Geschwindigkeitsbegrenzung erneut. Und zwar zusammen mit Freischankflächen, die er sich für Gastronomen wünscht. Und zwar dort, wo aktuell die Radl-Spuren sind.

Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD) hat jetzt auf den Vorschlag reagiert. Zumindest auf einen Teil davon. Er erklärt: „Eine Geschwindigkeitsreduzierung auf 30 Kilometer pro Stunde (km/h) ist hier unzulässig.“ Zumindest, wenn man aus Gründen der Verkehrssicherheit argumentiert. Denn dafür braucht es eine konkrete Gefahrenlage oder ein besonders hohes Unfallaufkommen. Dies sei in der Fraunhoferstraße nicht gegeben. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung, zumindest zunächst auf 40 km/h, kann sich Böhle dennoch vorstellen. Denn die Fraunhoferstraße gehört zu den Standorten in München, bei denen der jährliche Grenzwert für Stickstoffoxid überschritten wird.

Grüne halten an Radl-Streifen in Fraunhoferstraße fest

Um zu schauen, welche Auswirkung die Geschwindigkeit auf die erhöhten Werte hat, will Böhle im Herbst ein zweijähriges Pilotprojekt starten: Im ersten Jahr sollen 40, im Folgejahr 30 km/h erlaubt sein. Die Luftwerte werden jeweils ausgewertet. Verbessern sie sich, wird es eine dauerhafte Regelung geben, kündigt er an.

Darauf habe Böhle sich in Absprache mit OB Dieter Reiter (SPD) geeinigt. Auch das Referat für Gesundheit und Umwelt sei in die Planungen mit einbezogen worden. Die Grünen hatten Anfang der Woche den Vorschlag der CSU-Fraktion begrüßt. Eine Umgestaltung der Straße für Gastronomen hatten sowohl Grüne als auch SPD jedoch abgelehnt. „Die Radl-Streifen sollen bleiben“, hieß es da. Auch Böhle geht nicht weiter auf die Umgestaltungsvorschläge der CSU-Fraktion für die Fraunhoferstraße ein.

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