Ude-Kandidatur Bayerns Grüne hoffen auf Machtwechsel

Der Gang durchs Rathaus wird für ihn immer beschwerlicher: Oberbürgermeister Christian Ude (SPD). Foto: dapd

Bayerns Landtags-Grüne verbinden mit der erwarteten Spitzenkandidatur von Christian Ude (SPD) bei der nächsten Landtagswahl ernsthafte Hoffnungen auf einen Machtwechsel.

 

München –  „Die Chance ist da, erstmals die CSU in Bayern in die Opposition zu schicken“, sagte Grünen-Fraktionschefin Margarete Bause der „Leipziger Volkszeitung“ (Samstag). Mit Ude „werde die SPD einen neuen Zug bekommen und würde der CSU große Probleme machen“.

Der Münchner Oberbürgermeister Ude hatte vor wenigen Tagen erklärt, dass eine Spitzenkandidatur bei der Landtagswahl 2013 für ihn denkbar sei. Die Bayern-SPD will noch in diesem Jahr über die Personalie entscheiden. Die Grünen befürchten keine Probleme durch eine mögliche Kandidatur des 63-Jährigen.

„Ganz im Gegenteil: Wir freuen uns über eine starke SPD, weil uns bewusst ist, dass wir nur mit einer starken SPD und starken Freien Wählern den Machtwechsel in Bayern schaffen können.“ Jede Partei müsse ihr Potenzial optimal ausschöpfen, denn zusammen könne es reichen.

„Keine Oppositionspartei sollte sich die Möglichkeit entgehen lassen, die jahrzehntelange Alleinherrschaft der CSU zu beenden.“ Am vergangenen Freitag hatte Ude aber erste Bedingungen für eine mögliche Spitzenkandidatur gestellt.

Seine Partei müsse der umstrittenen dritten Startbahn am Münchner Flughafen ebenso zustimmen wie der zweiten S-Bahn-Stammstrecke in der Landeshauptstadt, sagte er dem Bayerischen Rundfunk. Dies unterstrich Ude nochmals in einem Interview der „Welt am Sonntag“.

„Die Frage ist, ob es ein Programm gibt, für das ich den Kopf glaubwürdig hinhalten könnte“, sagte er dem Blatt. Er sei „keine Galionsfigur, die alle erdenklichen Inhalte verkaufen kann. Ich stehe für die Überzeugungen, für die ich in den letzten Jahrzehnten gearbeitet habe. Ob das kompatibel mit der Partei ist, muss man erst feststellen.“

Der CSU-Politiker und Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich sieht die erwartete Ude-Kandidatur unterdessen als Folge einer Personalschwäche bei den Sozialdemokraten. „Für jeden ist erkennbar, dass der SPD-Nachwuchs in Bayern kläglich versagt“, sagte Friedrich der „Passauer Neuen Presse“ (Samstag).

„Da schmeichelt es natürlich Herrn Ude, dass er gefragt wird. Aber es geht nicht um Eitelkeit, sondern um landespolitische Kompetenz.“

 

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