Uber drückt die Preise Taxler-Proteste: Schärfere Kontrollen für Taxi-Konkurrenz

Emily Engels ist Rathaus-Reporterin der Abendzeitung.
Immer wieder kommt es zu Protesten gegen Uber – wie 2018 bei einer Taxler-Demo auf der Ludwigstraße. Foto: Lino Mirgeler/dpa

Anbieter wie Uber verdrängen auch in München das Taxigewerbe. Die AZ erklärt, wie die Stadt jetzt helfen will.

 

München - Vermittlungsplattformen wie Uber, Free Now und Clever Shuttle und noch dazu etwa 310 kleinere "Mietwagenunternehmen", die ihre Fahrzeuge mit Chauffeur anbieten, gibt es in München. Die Konkurrenz für das Taxigewerbe ist größer denn je. Dagegen will das Kreisverwaltungsreferat (KVR) jetzt – nachdem SPD und Linke mit Stadtratsanträgen Druck ausgeübt haben – verstärkt vorgehen.

Kreisverwaltungsreferent Thomas Böhle (SPD) will am Dienstag dem Stadtrat Vorschläge machen, wie Taxler gestärkt werden könnten – unter anderem durch schärfere Kontrollen der Konkurrenz.

Schon 2017 wurden für die vermehrten Kontrollen vier neue Stellen im KVR geschaffen. Seitdem ist die Anzahl der Prüfungen gestiegen – 2015 wurden 80 Chauffeure der Taxi-Konkurrenz kontrolliert, 2019 schon 413.

2019 gab es 147 Ordnungswidrigkeitsverfahren. Oft geht es um Verstöße gegen die Rückkehrpflicht. So müssen etwa Uber-Fahrer nach einem Auftrag zum Betriebssitz zurückkehren und dürfen unterwegs keine neuen Fahrgäste mitnehmen. Böhle fordert jetzt mehr Stellen für mehr Kontrollen.

SPD unterstützt Taxler und ihren Einsatz als Isartiger

Geplant ist auch eine Zusammenarbeit von MVG und Taxlern. Konkret geht es um das Projekt Isartiger. Der Isartiger wird per App bestellt und nimmt auf individuellen Routen mehrere Fahrgäste gleichzeitig mit. MVG-Sprecher Matthias Korte: "Wir können uns gut vorstellen, dass Taxis zu bestimmten Zeiten in unserem Auftrag als Isartiger eingesetzt werden."

SPD-Vizefraktionschef Christian Vorländer bezeichnet all diese Pläne als "Schritt in die richtige Richtung". Seine SPD stehe klar an der Seite der Taxler. Aber die seien auch selbst gefragt. Etwa, indem sie durch das Angebot, bargeldlos zu bezahlen, kundenfreundlicher würden.

Auch OB Dieter Reiter (SPD) habe jüngst die Taxiverbände zu Gast gehabt, erzählt Vorländer. Um ihnen im Gespräch den Rücken zu stärken.

 

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