Türkische 1500-m-Läuferin Olympia-Zweite Bulut unter Dopingverdacht

Gamze Bulut ist die fünfte Athletin aus dem olympischen 1500-Meter-Finale, gegen die schwerwiegende Dopinganschuldigungen aufkommen. Foto: dpa

Den zwei Top-Leichtathleten Gamze Bulut aus der Türkei und dem Äthiopier Tsegaye Mekonnen droht offenbar eine Doping-Sperre. Im Russland-Skandal weist der Sportminister jede Verantwortung zurück.

 

Istanbul - Mit Gamze Bulut ist eine weitere türkische Weltklasseläuferin unter Dopingverdacht geraten. Die Olympia-Zweite über 1500 Meter von London 2012 sei durch Unregelmäßigkeiten im biologischen Pass aufgefallen, bestätigte der türkische Leichtathletik-Verband am Montag.

Darin wird das Blutprofil von Sportlern über einen längeren Zeitraum kontrolliert. Die 23-jährige Bulut war Trainingspartnerin von Asli Cakir Alptekin. Diese wiederum war im vergangenen Jahr als Wiederholungstäterin für acht Jahre gesperrt worden.

Außerdem wurden ihr die Goldmedaillen von London und von der EM 2012 aberkannt. Daraufhin war Bulut bei der EM in Helsinki nachträglich auf den ersten Platz gerückt.

Auch dem Äthiopier Tsegaye Mekonnen droht offenbar eine Doping-Sperre. Mekonnen wurde offenbar positiv getestet. Das wird in den Niederlanden berichtet. Der 23-Jährige gilt als Shootingstar im Marathon und hatte 2014 in Dubai mit 2:04:32 Stunden ein aufsehenerregendes Debüt gefeiert.

Russland: Sportminister weist Verantwortung zurück

Russlands Sportminister Witali Mutko spielt indessen die Rolle des Staates im Doping- und Manipulationsskandal der Leichtathleten herunter. Es sei "unmöglich zu sagen, dass der Staat für jeden Regelverstoß einer Einzelperson verantwortlich ist", sagte Mutko am Montag.

Er fügte hinzu: "Die Verhängung von Sanktionen gegen bestimmte Personen und die Kontrolle über ihre Einhaltung ist die Aufgabe der zuständigen Anti-Doping-Agenturen, nicht des Staates."

In der Dokumentation "Geheimsache Doping: Russlands Täuschungsmanöver" hatte die WDR-Sendung "Sport Inside" am Sonntagabend neue Belege für Verstöße gegen die Anti-Doping-Richtlinien im russischen Leichtathletik-Verband RUSAF präsentiert.

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Demnach betreut der eigentlich gesperrte Trainer Wladimir Mochnew offenbar weiter Athleten, und ein Juniorentrainer soll nebenher mit Dopingmitteln handeln. Zudem soll die neue Chefin der derzeit suspendierten Anti-Doping-Agentur RUSADA als einfache Mitarbeiterin einst Athleten den Zeitpunkt von Dopingkontrollen verraten haben.

"Wenn Leute schuldig sind, werden sie den Regeln entsprechend bestraft", sagte Mutko. Die RUSAF kündigte am Montag eine interne Untersuchung an, um "alle in dem Film gezeigten Episoden zu analysieren und jeden Fall gründlich zu untersuchen. Wir werden es einzelnen Menschen nicht erlauben, einen Schatten über die russische Leichtathletik zu werfen", hieß es in einer Stellungnahme.

Eine Task Force des Weltverbandes IAAF unter der Leitung des Norwegers Rune Andersen untersucht seit Wochen die Doping-Vorwürfe gegen Russlands derzeit weltweit gesperrte Leichtathleten, denen der Ausschluss von den Olympischen Spielen in Rio droht.

 

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