TSV 1860 Nach Sandhausen auf die Wiesn: Her mit dem Spaß!

KAI BÜLOW: Leitete die Führung sehr geschickt ein. Kluges Löwen-Hirn beim ersten Auswärtserfolg. Starker Makos-Ersatz. Note 2 Foto: dapd

Nach der Partie gegen Sandhausen dürfen die Löwen endlich auf die Wiesn. Warum es bei 1860 jetzt auch spielerisch klappt und welche Kicker daran großen Anteil haben, erklärt die AZ hier

 

MÜNCHEN Mehr als eine Woche mussten die Löwen fernbleiben. Die Profis des TSV 1860 und die Wiesn 2012, man kennt sich noch immer nicht. Und das fiel dem einen oder anderen gar nicht so leicht. „Das ist ein schwieriges Thema, ich bin ja quasi ein Kind der Wiesn”, sagte etwa Verteidiger Necat Aygün, und Kapitän Benny Lauth fand: „Auf die Wiesn freut man sich das ganze Jahr, dann will man eigentlich auch mal hin.”

Doch zuletzt standen so schwierige Spiele an, dass Trainer Reiner Maurer vorsichtshalber ein Wiesn-Verbot aussprach. Mit Erfolg: Gegen Tabellenführer Braunschweig (1:1) und in Ingolstadt (2:0) erreichten seine Sechzger prima Ergebnisse – und nun haben die Löwen ihren wohlverdienten Zelt-Besuch vor Augen. Her mit dem Spaß!

Am Dienstag steht der Mannschaftsabend im Hacker-Festzelt an, und wenn die Sechzger am Freitag nicht gerade eine Klatsche bei Hertha BSC einstecken, wünscht ihnen Maurer am letzten Wiesn-Wochenende viel Spaß auf der Festwiese vor der 17 Tage langen Saisonpause.

Doch zunächst gilt: Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Am Samstag ist Aufsteiger Sandhausen zu Gast. Ein klarer Sieg würde die gute Stimmung noch weiter verbessern – dazu aber braucht 1860 wieder Topleistungen jener Spieler, die sich zuletzt so stark verbessert zeigten. In der Abwehr ist 1860 die ganze Saison über schon gefestigt; nun aber sieht auch das Angriffsspiel flüssiger aus. Die AZ zeigt, welche Löwen dank deutlicher Formanstiege dafür sorgen, dass Sechzig nun – nachdem man sich zu Beginn die Ergebnisse eher erarbeitet hatte – mit viel mehr Spaß an die Sache herangehen kann.

Daniel Halfar: Es dauerte einige Monate, bis der 24 Jahre alte Flügelstürmer seine Form nach der Verletzung der letzten Saison wiederfand. In den ersten Wochen wurde er nur eingewechselt, doch zuletzt in Ingolstadt wirkte er wieder so befreit, dass sich viele an den Halfar aus dem Sommer 2011 erinnert fühlten. „Mir macht’s wieder richtig Spaß”, sagt Halfar, auf dessen Leichtigkeit die Sechzger nach den Abgängen von Stefan Aigner und Kevin Volland mehr denn je angewiesen sind. Gegen Sandhausen wird sein Spielwitz entscheidend sein. Maurer: „Halfar ist in solchen Spielen ein wichtiger Mann für uns.”

Kai Bülow: Große Reden schwingt auch Bülow nicht. Dafür ist der Mecklenburger nicht der Typ. Doch nachdem er letzte Saison wegen einiger Fehler von Maurer scharf kritisiert wurde und in diesem Sommer seinen Platz an Neuling Grigoris Makos abgeben musste, ist Bülow nach der Verletzung des Griechen ein starker Ersatz. Beide Tore in Ingolstadt bereitete er vor und glänzte als Quarterback im Zentrum. So dürfte der früherer Rostocker auch im Team bleiben, wenn Makos wieder fit ist.

Moritz Stoppelkamp: Nein, der Neuling aus Hannover will nicht sprechen. Zuletzt fühlte er sich nach dürftigen Leistungen zu sehr kritisiert, teilte seinen Frust per Twitter mit, jetzt entlud sich sein Ärger in starken Leistungen. Für sein Klassetor in Ingolstadt feierte ihn das ganze Team. Zum Dauerschweigen sagt Sportchef Florian Hinterberger: „Er meint, das jetzt machen zu müssen. Er muss das Spezielle an 1860 erst noch erleben. Als Offensivspieler ist er sehr sensibel. Aber er ist ein guter Kerl und er ist auf dem richtigen Weg.” 

 

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