TSV 1860 nach dem Hannover-Spiel Blaue Erklärungsnot: Die Gründe für die Pleite

Frust-Löwen: 1860 um Ivica Olic, Daniel Adlung, Karim Matmour und Victor Andrade (v.l.). nach der Heimpleite gegen Hannover. Foto: sampics/Augenklick

Bei der 0:2-Heimniederlage der Löwen gegen Hannover wurden große Schwächen deutlich. "Wir haben verdient verloren, der Gegner war überlegen", sagt Trainer Kosta Runjaic. Eine Analyse, woran es lag.

 

München - Der Himmel der Bayern war für die Löwen sicher kein siebter Himmel. Im Hacker-Zelt auf der Wiesn schwemmten die Löwen bei einem inoffiziellen Besuch ihren Frust mit der ein oder anderen Maß hinab. Sie, die Verlierer des Nachmittags-Duells. Ganz inkognito. Nicht auf den Emporen, sondern ganz schlicht unten im Zelt.

Wenige Tische weiter feierten die Hannoveraner ihren 2:0-Sieg. "Ich bin daheim geblieben: keine Lust", sagte Trainer Kosta Runjaic am Montag. Der Coach saß am Vorabend nicht am Biertisch, meinte aber über etwaigen Alkoholkonsum seiner Elf: "Vielleicht hilft es ja bei der Regeneration." Stunden zuvor hatte es die Pleite gegen 96 gesetzt. Nach zwei unbelohnten, aber spielerisch soliden Auftritten (1:2 gegen Berlin, 2:2 bei St. Pauli) wurden 1860 beim einzigen Wiesn-Heimspiel die Grenzen aufgezeigt. "Wir haben verdient verloren, der Gegner war überlegen. Das müssen wir schnell abhaken", analysierte Runjaic nüchtern. Davor gab es quälende Ursachenforschung. Diese brachte ihn und seine Akteure in Erklärungsnot.

Die AZ zeigt die Gründe für die Pleite.

Mangelnde Geschwindigkeit

"96 war in vielen 50:50-Momenten einen Tick handlungsschneller", sagte Torwart Jan Zimmermann, "eine Summe vieler Kleinigkeiten" habe das Spiel "zugunsten Hannovers kippen lassen". Doch warum war 1860 so chancenlos? "Eine gute Frage", so der Keeper, die Offensivspieler seien zu viel mit Abwehrarbeit betraut gewesen. Dennoch sei "gefühlt eine Flanke nach der anderen in den 16er geflogen". Oder anders gesagt: Es hat vorne wie hinten nicht gepasst. "Hannover war viel frischer", so Runjaic, das habe auch an der "harten Woche" mit zwei Spielen in vier Tagen gelegen: "Der Tag Regeneration hat gefehlt." Er wolle keine Ausreden suchen, es aber zumindest mal erwähnt haben.

Potenzial abrufen

Besagter Zimmermann war der einzige Löwe, der seine Leistung brachte. Gute Paraden, dazu der Riesen-Reflex bei der 100-prozentigen Chance von Felix Klaus. Der 31-Jährige verhinderte schon vor dem Rückstand Schlimmeres. Seine Kollegen waren weniger riesig: Kai Bülow und Jan Mauersberger hätte man eine solide Leistung bescheinigen können, wäre das Verteidiger-Duo mit zunehmendem Spielverlauf nicht unsicherer geworden. So urteilte Runjaic über das Löwen-Ensemble: "Wir haben es im Kollektiv nicht gut gemacht." Alle außer Zimmermann.

Die Verletzten

"Ein Stefan Aigner fehlt uns sicherlich", so Runjaic über seinen Kapitän. Er klagt auch über weitere Spieler, "mit denen wir fest gerechnet haben. Jetzt ist auch noch Milos Degenek verletzt, Filip Stojkovic noch gar nicht angekommen." Der Montenegriner falle nach seiner Leistenzerrung, die "etwas ausgestrahlt" habe, noch länger aus, um eine "Schambeinsache" zu vermeiden. Er wolle "nicht jammern, wir müssen mit dem klarkommen, was wir haben", so Runjaic – aber man darf sie ja mal aufführen, seine Verletzten.

Der Rasen

"Es soll keine Ausrede sein, aber der Platz nimmt uns eine unserer Stärken. Denn in dieser Saison kommen wir über das Spielerische", klagte Daniel Adlung über das holprige, vom Schimmel befallene Arena-Geläuf. Ob’s auf perfektem Rasen gegen spielstarke Niedersachsen mit Bundesliga-Ambitionen besser geklappt hätte, Herr Adlung? Apropos: Bevor es wieder auf die WiesE geht, steht am Dienstag der offizielle Besuch der WiesN an. Regenerieren.

 

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