TSV 1860 München Ur-Löwe Bierofka: Danke, das war's

Familie Bierofka beim Fußballspielen. Teile der Fotos entstanden bereits vor knapp zwei Jahren. Foto: sampics/AK

Nach insgesamt neun Spielzeiten bei 1860 hört Löwen-Routinier Daniel Bierofka zum Saisonende auf und wird Jugendtrainer.

 

München -  Daniel Bierofka und der TSV 1860 – das passt und gehört zusammen. Bald schon wird der 35-Jährige aber nicht mehr Profi sein. Am Dienstag sorgte eine entsprechende Meldung an der Grünwalder Straße zunächst für Aufregung. Halbwegs Entwarnung gab Bierofka zwar erst einmal selbst: „Dass ich aufhöre, habe ich so nicht gesagt. Vielleicht höre ich auf, vielleicht spiele ich aber noch ein Jahr. Das ist offen.“

Doch die Sache ist beschlossen: Bierofka wird seine Karriere nach dieser Saison beenden. Zumindest als Profi-Fußballer. An diesem Mittwoch wird der Verein den Abgang des langjährigen Löwen-Spielers offiziell verkünden. Gut möglich allerdings, das erfuhr die AZ am Dienstag, dass Bierofka fernab der Profi-Ebene weiterhin seine Fußballschuhe schnürt.
Sicher ist in jedem Fall, dass Bierofka bei den Löwen einen Trainerjob übernehmen soll. Zunächst allerdings im Jugendbereich, wo sich der 35-Jährige für höhere Aufgaben empfehlen soll. „Sein Ziel war es immer, mit Jugendlichen zu arbeiten", sagt der Vater Willi.

Bierofka hat dem Verein seinen Entschluss selbst mitgeteilt, wollte damit einer möglichen Entscheidung der Löwen-Bosse vorgreifen.

Das Karriereende von Bierofka ist am Ende keine Überraschung mehr. Nach mittlerweile fast 20 Operationen, 3 Länderspielen, 146 Erstliga- und 137 Zweitliga-Einsätzen plus den Gewinn der Deutschen Meisterschaft mit dem VfB Stuttgart im Jahr 2007, ist jetzt der richtige Zeitpunkt zum Aufhören gekommen.

Auch wenn sich der Mittelfeldspieler, dessen Papa Willi ebenfalls eine lange Löwen-Vergangenheit hat, sicherlich einen würdigeren Abschied gewünscht hätte.

In der Hinrunde kam Bierofka lediglich 28 Minuten zum Einsatz, ehe er sich nach einer fünfmonatigen Verletzungspause erneut verletzte. Mühsam und verbissen kämpfte sich der gebürtige Münchner, der 2000 zum ersten Mal zu den Löwen kam, zurück und wollte in der verbleibenden Restrunde mit 15 Spielen zumindest anständig verabschieden.

Das Problem: Weder unter Friedhelm Funkel noch jetzt unter Markus von Ahlen kam Daniel Bierofka zuletzt über die Rolle des Einwechselspielers hinaus, er spielte im Jahr 2014 gerade mal 243 Minuten und durfte lediglich einmal von Beginn an ran.

Seinen vielleicht letzten großen Auftritt hatte der Routinier am 22. Februar dieses Jahres, als Bierofka mit einem fulminanten Treffer gegen den SC Paderborn das 1:2 erzielte und so noch den Punktgewinn einleitete.

Im Moment plagen Bierofka muskuläre Probleme, weshalb auch ein Einsatz am Freitag in der Partie bei der SpVgg Greuther Fürth mehr als fraglich ist. Und damit auch die Frage, wie viele Einsätze und Minuten der Löwen-Legende noch bleiben, bis sich der Vorhang für seine Profi-Karriere am 11. Mai mit dem Auswärtsspiel bei Union Berlin senkt.
Klar ist: Daniel Bierofka wird kämpfen bis zur letzten Sekunde. Schließlich weiß Papa Willi: „Er hat das, was einen Löwen auszeichnet. Er kämpft immer. Und das merken die Fans. Er gibt alles für den Verein. 1860 ist eine Herzensangelegenheit.“

 

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