Rücktritt beim TSV 1860 Löwen-Beben: Robert Reisinger tritt als Aufsichtsrat zurück!

, aktualisiert am 11.12.2018 - 16:47 Uhr
Seit Juli 2017 Präsident des TSV 1860: Robert Reisinger. Foto: sampics/Augenklick

Der TSV 1860 kommt nicht zur Ruhe. Im Gegenteil: Die Fronten zwischen Verein und Hasan Ismaik verhärten sich weiter. So tritt Oberlöwe Robert Reisinger als Aufsichtsrat zurück und begründet diesen drastischen Schritt mit der neuerlichen Hinhalte-Taktik des Investors.

München - Das nächste Beben in Giesing! Robert Reisinger erklärte völlig überraschend an diesem Dienstag seinen Rücktritt als Aufsichtsrat der KGaA. 

Der 1860-Präsident begründet diesen drastischen Schritt mit dem jüngsten Verhalten von Mehrheitseigner Hasan Ismaik. Nachfolger von Reisinger wird Verwaltungsratschef Sebastian Seeböck, der als scharfer Kritiker des jordanischen Geldgebers gilt.

Reisinger kann Ismaik nicht nachvollziehen

"Niemand hat unseren Mitgesellschafter jedoch gezwungen, ein 'zusätzliches Budget' für die Saison auszurufen. Er hat dies freiwillig getan, um selbst wieder Teil der Erfolgsgeschichte des TSV 1860 München sein zu können. Das konnte ich im vergangenen Sommer gut nachvollziehen", schrieb Reisinger in einer offiziellen Stellungnahme auf der Website des TSV 1860 München e.V.: "Nicht nachvollziehen kann ich hingegen die Form der Umsetzung dieser Maßnahme und das erneute Zögern bis auf den letzten Drücker. Ich habe mein Unverständnis darüber gegenüber dem Aufsichtsratsvorsitzenden zum Ausdruck gebracht."

Der Aufsichtsratsvorsitzende der KGaA ist Ismaiks Bruder Yahya Ismaik, der jüngst einem Treffen des Gremiums in Giesing ferngeblieben war. Investor Ismaik hatte erst kürzlich nach langem Hin und Her kolportiert 1,5 Millionen Euro überwiesen, die Geschäftsführer Michael Scharold nach AZ-Informationen aus einem zugesicherten Darlehen in Höhe von zwei Millionen Euro abgerufen hatte. (Lesen Sie auch: Legenden kritisieren Löwen - "Es ist ein gefühltes Jeder-gegen-jeden")

Reisinger kritisiert Ismaik scharf

Reisinger kritisierte Ismaik in seiner Stellungnahme weiter scharf. "Es ist nach Ansicht des Präsidiums der Geschäftsführung der GmbH & Co. KGaA nicht mehr zumutbar, einen wirtschaftlichen Balanceakt mit persönlichem Risiko zu vollführen, weil ein Gesellschafter hoch pokert. Wir haben deshalb in unserer Eigenschaft als alleiniger Gesellschafter der Geschäftsführungs-GmbH und unter Verweis auf die 50+1-Regelung der Geschäftsleitung der KGaA die Weisung erteilt, Planungen für den Profifußball nur noch mit nachgewiesenen und tatsächlich eingegangenen Mitteln zu führen", erklärte der Oberlöwe: "Genussscheine, Darlehen und vergleichbare Finanzierungsformen können auf Grund der wirtschaftlichen Lage des Unternehmens künftig nicht mehr akzeptiert werden."

Reisinger warf dem Mehrheitseigner ferner indirekt einen verantwortungslosen Umgang mit dem TSV 1860 vor. "Die Familie Ismaik ist ein Teil des TSV 1860 München. Daran besteht für mich kein Zweifel", erklärte er dazu: "Daraus erwächst aber auch eine Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Partnern, Sponsoren, Mitgliedern, Fans des Vereins und der Stadt München."

TSV 1860: Konfrontation zwischen Gesellschaftern

Der Vereinsboss schloss gleichwohl ein weiteres "Sponsoring" durch den Jordanier nicht aus. Der Schritt ist als weitere Konfrontation zwischen den Gesellschaftern zu werten. Nach AZ-Informationen muss Ismaik bis Ende des Monats noch ein Darlehen von kolportiert fünf Millionen Euro in Genussscheine umwandeln.

Die Planungssicherheit für Sportchef Günther Gorenzel und Löwen-Trainer Daniel Bierofka dürfte durch diese Maßnahme und die nun offensichtliche Uneinigkeit der Gesellschafter erheblich beeinträchtigt sein. Die Grünwalder Straße in Giesing - sie kommt einfach nicht zur Ruhe.

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