TSV 1860 gegen Cottbus Bierofka vs. Wollitz: Das Trainer-Duell der Typen

Claus-Dieter Wollitz, Trainer von Energie Cottbus und Daniel Bierofka, Trainer des TSV 1860, treffen am Freitag aufeinander. Foto: firo/Augenklick/AZ

Mit den Löwen trifft Trainer Daniel Bierofka am Freitag auf Energie Cottbus und deren Kult-Coach Pele Wollitz. "Es ist wichtig, dass im Fußball nicht alle dieselben Phrasen runterreden."

München - Sie sind emotional. Leidenschaftlich. Laut. Verteidigen ihre Spieler mit Haut und Haaren, können sie aber auch gehörig zusammenstauchen.

Sie waren nicht nur erfolgreiche Kicker, sie haben es an der Seitenlinie zu Kult-Trainern gebracht.

Bierofka lobt Wollitz: "Er ist ein Typ"

Am Freitag treffen sie aufeinander: Daniel "Biero" Bierofka und Claus-Dieter "Pele" Wollitz. Der TSV 1860 und Trainer-Ikone Bierofka empfangen den FC Energie Cottbus und Coach Wollitz. Die Bühne ist bereitet, um 19 Uhr steigt das Aufeinandertreffen der Übungsleiter zweier Traditionsvereine im ausverkauften Grünwalder Stadion.

"Pele Wollitz ist ein Typ. Es ist wichtig, dass es noch Typen gibt im Fußball, dass nicht alles gleichgeschaltet ist – dass nicht alle immer dieselben Phrasen runterreden", erklärte Bierofka gestern über seinen Kollegen. Eine gewisse charakterliche Ähnlichkeit konnte der 39-jährige Löwen-Dompteur nicht leugnen: "Ich glaube, wir sind uns vom Typ her auch relativ ähnlich." Bierofka gegen Wollitz, es ist das Duell zweier Typen.

Zwei Vollgas-Coaches vor den Trainerbänken – könnte hoch hergehen an der Seitenlinie. "Ich konzentriere mich auf meine Mannschaft – eigentlich. Normal sollten wir also keine Probleme kriegen. Ausschließen kann ich es aber nicht", so Bierofka mit einem frechen Grinsen. Wortgewaltige Auseinandersetzungen? Möglich.

Bierofka appelliert an Fairness

Bei aller Emotionalität müsse jeglicher Trainer-Stress aber im Rahmen sportlicher Fairness bleiben: "Falls es was geben sollte, gibt man sich danach die Hand. Das war auch mit Tim Walter so", so Bierofka über das jüngste Duell mit dem Übungsleiter von Holstein Kiel, der Bierofka nicht nur durch den Erstrundensieg im DFB-Pokal (3:1), sondern auch durch zwei prestigeträchtige Derby-Erfolge in der vergangenen Saison mit dem FC Bayern II und diverse verbale Sticheleien ärgerte.

Sechzig gegen Cottbus, es ist aus sportlicher Sicht auch das Duell zweier Aufsteiger. "Cottbus hatte diesen Prozess über zwei Jahre, war zwei Jahre in der Regionalliga. Letztes Jahr haben sie eine überragende Saison gespielt", sagt Bierofka und zieht den Vergleich: "Mit acht Punkten sind sie jetzt auch sehr ordentlich gestartet, ähnlich wie wir." Energie sei trotz großer Aufrüstung nach dem Aufstieg "auf jeden Fall in der Lage, auch in der Dritten Liga eine gute Rolle zu spielen."

Berzel fällt gegen Cottbus aus

Die Giesinger müssen gegen die Lausitzer auf Aaron Berzel verzichten, der das Abschlusstraining wegen Adduktorenproblemen abbrechen musste. Das Torjäger-Duo Nico Karger (Herzprobleme) und Sascha Mölders (Knochenödem im Oberschenkel) sei allerdings wieder einsatzbereit, so Bierofka: "Nico hat im Training einen guten Eindruck gemacht", Auffälligkeiten habe es nicht mehr gegeben. Mit Mölders, laut Bierofka "wie immer ein Kandidat für die Startelf", habe er wieder die Option, auf ein 4-4-2-System umzustellen, wenngleich das 4-3-3 zuletzt beim VfR Aalen (4:1) sehr gut funktioniert habe.

Zurück zum Duell Bierofka und Wollitz. Was der Sechzger-Trainer draußen in die Waagschale wirft, kann sich seine Elf ja gleich zum Vorbild nehmen. "Es ist unser Heimspiel und wir wissen, dass wir einen gewissen Druck, eine gewisse Power entfachen können." Wie bei Bierofka eben, nach Schlusspfiff nicht selten heiser: Volle Power bis zum Ende – damit der Ball (mindesteins einmal mehr) bei Energie im Kasten liegt.

 

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