Trockener Hungerstreik Flüchtlinge in München: Sie trinken nichts mehr

Die Streik-Maßnahmen werden immer schärfer: Die Flüchtlinge am Sendlinger Tor wollen seit Mittwoch keine Flüssigkeit mehr zu sich nehmen. Foto: Daniel von Loeper

Die Flüchtlinge, die am Sendlinger Tor in München derzeit in Hungerstreik getreten sind, haben am Mittwochnachmittag verkündet, auch nichts mehr trinken zu wollen.

 

München - Aus Verzweiflung greifen die Münchner Flüchtlinge jetzt zu einem harten und höchst lebensgefährlichen Druckmittel: Sie verzichten auf das Trinken! Mit dem sogenannten trockenen Hungerstreik wollen die Menschen ihre Anerkennung als politisch Verfolgte durchsetzen. Das gaben die Sprecher der Flüchtlinge am Mittwochnachmittag bekannt. Wegen Nierenschmerzen und Schwäche waren am Morgen bereits mehrere Männer aus dem Camp abgeholt worden.

Das bestätigte eine Sprecherin des Kreisverwaltungsreferats. Bereits am Dienstag hatten zwei Flüchtlinge über Taubheitsgefühle in Armen und Beinen geklagt und mussten in einer Klinik behandelt werden. "Einige von uns fühlen sich kontinuierlich schlechter", hieß es in einer Mitteilung der Flüchtlinge. "Es könnte sein, dass einige in den nächsten Stunden bewusstlos sein werden."

Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) hatte am Montag mit den Flüchtlingen gesprochen und Hilfe angeboten, wenn sie ihren Protest beenden. Seit vergangenem Samstag protestiert eine Gruppe von Flüchtlingen in der Münchner Innenstadt mit dem Hungerstreik gegen die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften.

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