Tritt auf die Euphoriebremse Franzosen haben Schmerz von 2016 nicht vergessen

Der französische Mittelfeld-Star Paul Pogba hat den WM-Halbfinalsieg den aus einer Höhle geretteten Jugend-Fußballern in Thailand gewidmet. Foto: Christian Charisius/dpa

Sie feierten schon wie die Weltmeister - dabei sind sie sich selbst die beste Warnung. "Das wichtige Spiel kommt erst am Sonntag", mahnte Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps nach dem Einzug ins WM-Finale.

 

St. Petersburg - Der französische Mittelfeld-Star Paul Pogba hat den WM-Halbfinalsieg der Equipe Tricolore gegen Belgien (1:0) den aus einer Höhle geretteten Jugend-Fußballern in Thailand gewidmet. "Dieser Sieg ist für die Helden des Tages, gut gemacht Jungs, Ihr seid so stark", schrieb der 25-Jährige nach dem Triumph in St. Petersburg auf Twitter und postete dazu die Fotos der zwölf Kinder.

Diese waren zusammen mit ihrem Trainer mehr als zwei Wochen lang in der kilometerlangen Tham-Luang-Höhle gefangen gewesen und erst in den vergangenen Tagen in Etappen von Tauchern befreit worden. 

Zidane applaudiert Frankreichs Finalisten per Instagram

Ein Foto aus der Vogelperspektive und drei klatschende Hände neben der Tricolore: Frankreichs Legende Zinédine Zidane hat seinen Fußball-Erben via Instagram zum Einzug ins WM-Finale gratuliert.

Der 46-Jährige gewann vor zwanzig Jahren mit der Équipe den WM-Titel und erreichte 2006 in Deutschland das Finale. In dem leistete sich Zidane mit einem Kopfstoß gegen Italiens Marco Materazzi eine unwürdige Entgleisung und wurde vom Platz gestellt. Frankreich verlor anschließend im Elfmeterschießen.

Frankreich im WM-Finale: Jetzt soll der Titel her

Sie feierten schon wie die Weltmeister - dabei sind sie sich selbst die beste Warnung. "Das wichtige Spiel kommt erst am Sonntag", mahnte Frankreichs Nationaltrainer Didier Deschamps nach dem Einzug ins WM-Finale: "Die Schmerzen von vor zwei Jahren haben wir noch nicht vergessen. Deshalb müssen wir alles dafür tun, dass es diesmal anders ausgeht."

Unmittelbar nach dem 1:0 (0:0) gegen den kleinen Nachbarn Belgien war für Zweifel noch kein Platz gewesen. Starstürmer Antoine Griezmann weinte hemmungslos, Staatspräsident Emmanuel Macron riss beide Fäuste in die Luft und auf den Champs-Élysées stieg eine große Jubelparty.

Doch die böse Erinnerung an den verschenkten im EM-Titel im eigenen Land stoppte die Euphorie zumindest bei den Spielern und Deschamps, der mit einem Sieg im Endspiel in die Fußstapfen von Franz Beckenbauer treten kann, umgehend. "2016 darf sich nicht wiederholen", mahnte Mittelfeld-Stratege Paul Pogba: "Damals haben wir eine große Chance liegen lassen. Diese müssen wir unbedingt nutzen."

Und auch Sieg-Torschütze Samuel Umtiti (51.) meinte vorsichtig: "Ich bin kein Glücksbringer. Schließlich haben wir mit mir das EM-Finale verloren." Dass das passieren würde, hatten sie 2016 nach dem 2:0-Halbfinal-Sieg gegen den bis Sonntag amtierenden Weltmeister Deutschland nicht für möglich gehalten. Als haushoher Favorit verlor die Équipe Tricolore dann aber das Heim-Endspiel gegen Portugal mit 0:1.

Auch am Sonntag in Moskau werden die Franzosen zumindest leichter Favorit sein. Egal, ob gegen Kroatien oder England. Doch die Lektion aus 2016, das beteuern alle, haben sie gelernt.

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