"Traumschiff"-Kapitän tot Siegfried Rauch: Das waren seine letzten Worte

Starb im Alter von 85 Jahren: Schauspieler Siegfried Rauch. Foto: Tobias Hase/dpa

Der beliebte TV-Star Siegfried Rauch trinkt mit seinen Feuerwehr-Spezln ein Glaserl Wein, sagt: "Pfiats eich!", stürzt auf einer Treppe – und stirbt.

München - Untersöchering ist ziemlich klein. Für einen großen Star, der die ganze Welt erobert hat und dessen Ego nicht von außen abhängig ist, genau das Richtige.

Jeder kennt hier jeden, aber niemand nimmt sich zu wichtig. Das Authentische gefällt Siegfried Rauch auf Anhieb, als er vor über 40 Jahren da rauszieht. Er hat seine Natur, den Wald, keinen Feinstaub und kein Schickimicki-Gedöns.

Die Nachbarn kennen ihn als "Sigi" und nicht als "Traumschiff"-Kapitän Paulsen oder als "Bergdoktor", der regelmäßig zum populärsten Schauspieler gewählt wird.

Und weil in Untersöchering (Lkr. Weilheim-Schongau) nicht viel los ist, abgesehen von umfallenden Bäumen in stürmischen Zeiten, ist der erste Stock im Haus der Freiwilligen Feuerwehr so etwas wie die inoffizielle Kneipe. Stüberl nennen die Dorfbewohner den Schulungsraum, wo sich ein paar Männer gern am Sonntagabend treffen. So wie am Sonntag eben.

Rettungskräfte kämpfen eine Stunde um Rauchs Leben

Praktischerweise wohnt der Sigi mit seiner Karin, die nicht nur die tollste Köchin, sondern auch die tollste Frau ist, wie er der AZ zu seinem 85. Geburtstag sagte, genau nebenan.

Doch bevor ihm Karin daheim wieder etwas Delikates auftischt, schaut der Sigi noch kurz im Stüberl vorbei. Wie immer wird Bier getrunken, nur der gebürtige Landsberger, der sich um kurz vor 20 Uhr zu den vier, fünf Feuerwehrlern gesellt, trinkt Wein. Den mag er lieber.

Nach einem Glaserl sagt der Sigi "Pfiats eich!" in die fröhliche Runde. Es werden seine letzten Worte sein. Um 20:16 Uhr geht ein Notruf in der Integrierten Leitstelle Oberland ein. "Person gestürzt", ruft ein Feuerwehrmann in den Hörer, der sofort versucht, den zweifachen Vater zu reanimieren.

Rettungskräfte und Notarzt treffen wenig später ein, kämpfen eine Stunde um Rauchs Leben. Vergeblich. Der Notarzt kann nur noch seinen Tod feststellen.

Bürgermeister Huber: "Eigentlich war der Sigi superfit"

Bürgermeister Reinald Huber, der von der Feuerwehr als Erster benachrichtigt wird, sagt am nächsten Tag zur AZ: "Eigentlich war der Sigi superfit. Vielleicht hatte er einen Schwächeanfall, war deshalb kurz wackelig auf den Beinen und ist gestürzt. Die Treppe ist nicht ohne. Aber ein Feuerwehrler wollte ihn die paar Meter heimbegleiten. Es muss alles fürchterlich schnell gegangen sein. Wir sind alle tief betroffen. Untersöchering ist im Schock-Zustand."

Für seine 85 Jahre war der Sigi tatsächlich sehr fit. "Mir fehlt nix", sagte er kürzlich zur AZ. Angst vorm Tod hatte er nie. "Der gehört dazu. Wir Landmenschen wissen das, machen keinen Wirbel. Es kann jeden Moment vorbei sein."

Am Montag dann die Obduktion. Schuld sei nicht der Treppensturz, teilt sein Manager Michael Jodl mit. Sigi starb an Herzversagen.

 

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