Trauerfeier in Stuttgart Polit-Prominenz verabschiedet sich von Lothar Späth

Am Mittwoch haben Politiker und Weggefährten in Stuttgart Abschied von Lothar Späth genommen. Die Bilder der Trauerfeier. Foto: dpa

Trauer um Lothar Späth in Stuttgart: Am Mittwoch haben sich Weggefährten von dem früheren Regierungschef und Manager verabschiedet. Mit dabei auch Wolfgang Schäuble und Günther Oettinger.

 

Stuttgart - Mit einer bewegenden Trauerfeier hat Baden-Württemberg Abschied von dem früheren Ministerpräsidenten Lothar Späth (CDU) genommen. Regierungschef Winfried Kretschmann (Grüne) nannte Späths Tod einen "unfassbaren Verlust" für das Land. Späth habe mit seiner "gewaltigen Lebensleistung" - etwa der Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft - schon früh die Weichen für eine Zukunft in einer globalisierten Welt gestellt. "Das Zeitalter der Informationstechnologie hat er früher als andere vorausgesehen", sagte Kretschmann am Mittwoch in der evangelischen Stiftskirche in Stuttgart.

Späth, der am 18. März im Alter von 78 Jahren starb, hatte von 1978 bis 1991 regiert - mit einer absoluten CDU-Mehrheit. Bei der Trauerfeier mit anschließendem Staatsakt spielte die Stargeigerin Anne-Sophie Mutter unter anderem Musik von Johann Sebastian Bach. Mehrere Redner würdigten Späth auch als großen Förderer der Kunst und der Wissenschaft.

Der EU-Kommissar und frühere Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) nannte Späth einen "Mann der Überraschungen". So habe er nach der Atomkatastrophe von Tschernobyl (Ukraine) 1986 das erste Umweltministerium gegründet. In einer emotionalen Rede lobte der Unternehmer Martin Herrenknecht seinen Freund als "Leuchtturm der Zuversicht" und "Wirtschaftskapitän". "Mit ihm wurde Baden-Württemberg zum Exportmotor Deutschlands", sagte Herrenknecht.

Auslandsreisen beendeten Politik-Karriere

Dass es in Späths Leben auch Brüche gab, daran erinnerte der Landesbischof der evangelischen Kirche in Württemberg, Frank Otfried July. 1991 musste Späth als Ministerpräsident abtreten, als Details von Auslandsreisen auf Kosten der Wirtschaft bekanntwurden. Danach wechselte Späth in die Wirtschaft und leistete nach dem Fall der Mauer in Thüringen Aufbauarbeit als Jenoptik-Vorstandsvorsitzender.

Unter den etwa 850 Gästen waren Alt-Bundespräsident Roman Herzog, Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble, Thüringens Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke). Beigesetzt wurde Späth im engsten Familienkreis, darunter seine Frau, seine Kinder und die Enkel.

 

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