Traditionslokal in der Altstadt Die Weinstube in der Residenz ist fertig – fast

Kellner Andrea Rossetti schenkt im Viersäulensaal wieder Wein aus. Foto: Daniel von Loeper

Das Traditionslokal in der Residenz hat wieder geöffnet – allerdings nur provisorisch.

 

München - Grad ist’s noch ein bisserl unruhig, hinten am Hofgarten. Alle Räume der neuen, alten Pfälzer Weinstube sind noch nicht fertig. Der Betrieb in der Residenz läuft noch provisorisch. Frühestens in vier Wochen soll's aber hochoffiziell wieder weinselig werden.

Die Stammgäste sind überrascht, als am Montag spontan ein Schild am Eingang verkündet: "Weinstube ab 16 Uhr heute wieder im Viersäulensaal". Nach einer umfangreichen Sanierung, die mehr als zwei Jahre dauerte, steht der große Saal der Gaststätte wieder zur Verfügung – pünktlich zur Weinlese.

Weinstube für mehr als sechs Milliarden Euro saniert

"Die Küche ist noch nicht fertig", sagt eine Sprecherin der AZ. Umzugshelfer und Handwerker seien noch überall unterwegs, die Räume im Obergeschoss geschlossen. Sehr viel Geld hatte der Freistaat in die Generalsanierung der Weinstube gesteckt.

Ihr Träger ist der Landesverband der Pfälzer in Bayern, ein eingetragener Verein, der sich seit Anfang der 1950er Jahre um die Vermittlung pfälzischer Kultur in der Landeshauptstadt bemüht. Die alten Gewölbewände am Kaiserhof erstrahlen in neuem Glanz, der erste Eindruck ist dennoch der alte: Die Stammgäste atmen auf, keine krassen Veränderungen.

Weinstube: Umzug innerhalb weniger Stunden

An der Rückwand des Viersäulensaals hängt eine überlebensgroße Kopie eines Gemäldes von König Max. I, der erste Pfälzer auf dem Königsthron in Bayern. Es ist eine der wenigen Neuerungen in den renovierten Räumen.

Innerhalb weniger Stunden sei der Umzug gestemmt worden – ein wahrer Kraftakt, heißt es aus dem Vorstand des Landesverbands. Herr Müller, der altgediente Betriebsleiter ist aus dem Ruhestand zurückgekommen, um mitzuhelfen.

Weinstube: Viele Münchner kommen

Viele Gäste freuen sich über das alte Gesicht in neuer Umgebung. Immerhin waren früher 80 Prozent der Besucher der Weinstube regelmäßig dort. Etwa Tausend kamen täglich in die Residenz. So auch die Beiden am Tisch unter dem Bild von König Max I., ein etwas älteres Paar aus Schwabing.

Es bestellt unverkennbar in Münchner Dialekt den zweiten Schoppen Fünfer, einen Riesling. So viele Einheimische wie in der "Resi" sieht man in anderen Innenstadt-Lokalen selten. "Der Wartesaal hat uns wieder", sagt der ältere Herr aus Schwabing schmunzelnd.

Generalsanierte Weinstube: Koch gesucht

An den zivilen Preisen hat sich nach der Sanierung übrigens nichts geändert. Für die rustikalen Pfälzer Spezialitäten auf der Speisekarte wird mit Start Oktober allerdings ein Koch gesucht, der alte ist gegangen.

Arnim hingegen, ein Literat und bekanntester Stammgast, sitzt bereits wieder mit ausgebreiteten Manuskripten im Saal. Neben den Papieren steht ein Schoppen: alles wie gehabt, Gott erhalts, Bayern und Pfalz.

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