Trachtler beim Papst Gstanzl und Salutschüsse für den Papst

Volksmusikanten, Trachtler und Gebirgsschützen haben für Papst Benedikt XVI. einen bayerischen Festabend in der päpstlichen Sommerresidenz in Castel Gandolfo veranstaltet. Foto: dpa

Salutschüsse durchbrechen die hochsommerliche Ruhe im italienischen Castel Gandolfo. Klickend fallen aus 15 Gewehren Platzpatronen auf das Kopfsteinpflaster vor der päpstlichen Sommerresidenz. Das bayerische Spektakel am Freitagabend auf dem kleinen Platz der Freiheit gilt Papst Benedikt XVI. Rund 1.000 Pilger aus dem Erzbistum München und Freising sind - überwiegend in Tracht und Uniform – nach Italien gereist, um „ihrem“ Papst nachträglich zum Geburtstag zu gratulieren.

 

Castel Gandolfo -  Seinen offiziellen 85. Geburtstag hatte Benedikt XVI. bereits am 16. April gefeiert. Dreieinhalb Monate danach wird zünftig nachgefeiert. Zu den Gästen aus dem Heimatbistum des Papstes zählen der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx, Bundeslandwirtschaftsministerin Ilse Aigner und Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (beide CSU) sowie 450 Gebirgsschützen und 150 Trachtler.

„Auch wenn Sie ein Römer sind, ein Universalmensch, der die ganze Kirche und die ganze Welt im Herzen hat, so sind Sie doch ein Bayer geblieben“, sagt Marx. Präsentiert wird dem Papst eine musikalische Reise durch sein Heimatbistum samt Schuhplattln, Jodeln und Volksmusik. Unter den Künstlern sind der Haushamer Bergwachtgesang, die Laubensteiner Bläser, die Gaugruppe des Chiemgau-Alpenverbandes und die Innleitn-Geigenmusik. Herzhaft lachen muss Benedikt XVI., als der Freisinger Gstanzlsänger Walter Vasold begleitet von zehn Musikanten der Gruppe Rupertiblech in Anspielung auf die päpstliche Vorliebe für Orangensprudel singt: „Sie essen mit Vorliebe gern Weißwurst und da foit ma grad ei, statt Bier trinken sie dazua a Kracherl, do wern ja Weißwürst beleidigt sei.“

„Bringt die Freude zurück, die ihr hergebracht habt“, bittet der Papst seine bayerischen Gäste vor dem Segen. Auch wenn es viel Leid in der Welt gebe: Ohne sich zu freuen, werde die Welt nur noch dunkler. „Gott hat es uns in Bayern auch leicht gemacht“, fügt er hinzu. Er sei wirklich „in dieser bayerischen Stunde dahoam“ gewesen, sagt Benedikt XVI. Die Freude ist auf beiden Seiten, Gstanzlsänger Walter Vasold sagt nach seinem Auftritt:

„Ich bin überwältigt.“ Die meisten Pilger sind bereits am Mittwoch mit einem Sonderzug von mehreren bayerischen Bahnhöfen nach Rom gereist und werden am Sonntag zurückerwartet. Die Waffen der Schützen werden dazu auf Geheiß der italienischen Sicherheitsbehörden – wie bereits auf der Hinfahrt – in verplombten Kisten unter strengen Auflagen transportiert.

 

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