Tod in der WM-Nacht Mord in Bad Reichenhall: Die stille Trauer der Bürger

Stille Trauer und ein Zeichen gegen Gewalt: Die Bad Reichenhaller demonstrieren und zünden Kerzen an nach dem Mord in der WM-Nacht. Foto: fib/Eß

Es ist eine stille Trauer und eine Demonstration gegen Gewalt: Nach dem Mord in der WM-Nacht in Bad Reichenhall gedenken die Anwohner der Opfer der Bluttat. Ein Facebook-Gruppe hatte die Versammlung initiiert.

 

Bad Reichenhall - Ein Zeichen gegen Gewalt und stille Trauer: Markus Eckl hat hat mit seiner Reichenhaller Facebook-Gruppe eine Gedenk-Aktion auf die Beine gestellt. Am Dienstagabend trafen sich über 200 Menschen am Reichenhaller Rathausplatz und protestierten still gegen Gewalt – im Gedenken an die Opfer der brutalen Verbrechen in der WM-Nacht. Nach einer Gedenkminute und einem Gebet für die Opfer, zündeten alle eine Kerze an und stellten sie auf den Brunnen.

Nach dem mörderischen Raubüberfall auf zwei Menschen in Bad Reichenhall verfolgt die Kripo zahlreiche Spuren zum Täter. "Es ist eine ganze Reihe von Hinweisen eingegangen, die wir abarbeiten", sagte Polizeisprecher Stefan Sonntag am Dienstag. Es wurde eine 25-köpfige Sonderkommission "14. Juli" gebildet. Passanten hatten nach den Überfällen auf den Mann und die junge Frau am frühen Montagmorgen Beschreibungen des möglichen Täters geliefert. Demnach handelt es sich um einen schlanken jungen Mann, der eine dunkle Hose und ein schwarzes Kapuzenshirt trug.

Nach Informationen des "Trostberger Tagblattes" hatte der Täter vor den Überfällen in einer Bar in der Reichenhaller Fußgängerzone das Finale der Fußball-WM angeschaut. Dabei soll er gesagt haben, er werde in der Nacht noch jemanden umbringen. Laut dem Bericht wurde der Mann erst kürzlich aus dem Gefängnis entlassen.

Die Polizei wollte sich dazu nicht äußern. Nach ihren Ermittlungen. hätten sich die beiden Opfer in der Tatnacht unabhängig voneinander in einer Bar in der Reichenhaller Innenstadt aufgehalten. Die Sonderkommission will nun herausfinden, ob sie dort den Gewaltverbrecher schon vor dem Überfall trafen. Einen konkreten Tatverdacht habe die Kripo aber nicht, hieß es.

Der Täter hatte dem 73-Jährigen massive Kopfverletzungen zugefügt und ihm die Geldbörse geraubt. Beim Eintreffen des Notarztes war das Opfer bereits tot. Nur Minuten später überfiel der Unbekannte wenige hundert Meter entfernt die 17-Jährige und raubte auch sie aus. Die junge Frau überlebte schwer verletzt. Nach den Polizeiangaben konnte sie noch nicht zur Tat befragt werden. Die Leiche des 73-Jährigen wurde bereits obduziert, die Kripo äußerte sich zum Ergebnis nicht.

 

0 Kommentare