"The Biggest Loser"-Moderatorin im Interview Christine Theiss: "Eltern von übergewichtigen Kindern machen mich wütend"

Kickbox-Weltmeisterin Dr. Christine Theiss hilft den Kandidaten von "The Biggest Loser" beim Abnehmen. Foto: Sat.1

"The Biggest Loser" geht am 8. Januar in die nächste Runde. Moderatorin Dr. Christine Theiss spricht im Interview über ihre eigenen Sünden, die Gründe des Dickseins und die Wut auf manche Eltern.

 

Berlin - Ein kleines Bäuchlein stört nicht. Ein drastisches Übergewicht kann aber selbst bei einfachen alltäglichen Aufgaben zu Problemen führen. Ab dem 8. Januar 2014 treten deswegen 16 Kandidaten in der Sat.1-Abnehm-Show "The Biggest Loser" (20:15 Uhr) gegeneinander an. Um die Übergewichtigen kümmert sich unter anderem Kickbox-Weltmeisterin Dr. Christine Theiss (33). Die Nachrichtenagentur spot on news traf die Moderatorin zum Interview.

Frau Dr. Christine Theiss, haben Sie die Feiertage gut überstanden?

Christine Theiss: Sehr gut, danke! Wir haben dieses Jahr allerdings nicht groß mit der Familie Weihnachten verbracht, weil die bei uns in alle Winde verstreut ist. Wir waren im Kanton Wallis in der Schweiz im Skiurlaub mit viel Neuschnee. Das war wunderbar.

Kurz vor Weihnachten haben Sie ihre aktive Sportler-Karriere beendet. Wie gut hat Ihnen der Sieg zum Abschluss getan?

Theiss: Die Anspannung vor dem Kampf war riesig. Seit meiner bisher einzigen Niederlage im Juni ist kein Tag vergangen, an dem ich nicht an diese Revanche gegen Olga Stavrova gedacht habe. Ich habe alles auf diesen einen Tag fokussiert. Klar, es war für mich sehr, sehr wichtig, mich mit einem Sieg zu verabschieden.

Fühlen Sie sich jetzt eigentlich als Rentnerin?

Theiss: Ja, ein bisschen schon. Seit dem Kampf am 13. Dezember habe ich schon eine Art Rentner-Dasein geführt, aber jetzt geht es wieder los.

Waren sie faul über die Feiertage?

Theiss: Ja, aber ich bin auch gehandicapt. Ich merke noch meinen gebrochenen Zeh und eine Zerrung, die erst richtig heilen muss. Deshalb muss ich gerade kürzer treten. Aber ich brauche meinen Sport wie die Luft zum Atmen.

Am 8. Januar startet auf Sat.1 die neue Staffel von "The Biggest Loser". Zum dritten Mal sind sie als Moderatorin dabei. Gehen Sie eigentlich seit diesem Job anders mit übergewichtigen Menschen im Alltag um?

Theiss: Definitiv. Mir wurde dort vor Augen geführt, dass hinter jedem Übergewicht eine Geschichte steckt. Diese Menschen sind nicht freiwillig so dick. Verzweiflung, familiäre Probleme oder auch Unwissenheit - das sind die Faktoren, die meistens eine Rolle spielen.

Sie sprachen in diesem Zusammenhang auch mal von Wut, die in ihnen dabei aufkommt...

Theiss: Mittlerweile aber nur gegen Eltern, die ihre Kinder so dick werden lassen. Die nehmen ihnen die Chance auf eine normale Entwicklung.

Woran machen Sie diese Fehlentwicklung fest?

Theiss: Ich geben ihnen ein Beispiel: Über die Feiertage habe ich mir natürlich den Bauch voll geschlagen. Aber jetzt verspüre ich kaum Hunger und möchte aus eigenen Stücken Abstand vom Essen haben. Das sagt mir mein Körper. Dieses Gefühl haben stark übergewichtige Menschen nicht und daran sind die Eltern schuld. Das macht mich wirklich wütend.

Wollen Sie Übergewichtige bekehren?

Theiss: Nein, überhaupt nicht. Aber wenn jemand zu mir kommt und meine Hilfe möchte, dann bekommt er sie auch. Ich sage ihm aber auch: Es wird nicht einfach, aber es ist nicht unmöglich.

Der Sieger der letzten Staffel hat weit über 60 Kilo abgenommen, die Hälfte seines Körpergewichts. Ist das nicht schon zu extrem und auch riskant?

Theiss: Er hat das Gewicht über einen Zeitraum von acht Monaten verloren. Generell gilt: Jedes Kilo weniger ist für den Körper eine Erleichterung. Er hält sein Gewicht derzeit bei 70 Kilo und das ist für ihn gut. Aber eigentlich geht es bei der Show um etwas anderes.

Nämlich?

Theiss: Die Kandidaten sollen wieder ein normales Leben führen können. Manche haben Probleme, die wir Normalos überhaupt nicht nachvollziehen können. Da wird das Schuheanziehen zu einem Riesenproblem. Davon wollen wir die Teilnehmer eigentlich erlösen, es geht nicht um 70 oder 100 Kilo.

Zum ersten Mal läuft die Show in der Prime-Time. Ist das was Besonderes für Sie?

Theiss: Ja, ich verspüre da schon ein wenig Druck aufgrund der Sendezeit. Aber auch, weil das jetzt mein einziges Standbein ist nach dem Rücktritt. Das hat dann alles natürlich eine ganz andere Bedeutung.

 

2 Kommentare