Thalkirchen Wird aus dem Campingplatz eine Nobel-Schlafstätte?

Der Campingplatz in Thalkirchen: Die Lage direkt an der Isar ist fantastisch - aber über die marode Ausstattung klagen viele Gäste. Foto: Kommunalreferat München

Weil es Beschwerden hagelt: Die Stadt will den Campingplatz in Thalkirchen sanieren - auf 4-Sterne-Niveau

 

Thalkirchen – Es sind unschöne Bilder, die die München-Gäste da ins Netz stellen: Fotos von gammligen Toiletten, von Spinnweben in schmuddligen Duschen, von rostigen Wasserhähnen. Noch weniger appetitlich sind viele Kommentare, die auf Bewertungsportalen wie TripAdvisor oder HolydayCheck über Münchens städtischen Campingplatz in Thalkirchen zu lesen sind:

„Sanitäranlagen sind veraltet und verdreckt“, schreibt beispielsweise Camperin „Karin H.“. „Die Waschhäuser werden zwar über Stunden wegen Reigungsarbeiten geschlossen, div. Dreck bleibt leider immernoch liegen“, meldet „Florian“. Und „Dieter P.“ schimpft: „Camping ist widerlich, schmutzig, zertrampelt.“

Seit Jahren hagelt es (neben viel Lob für die tolle Lage im Landschaftsschutzgebiet direkt an der Isar) Beschwerden von Gästen. Ziemlich peinlich fürs Tourismusamt, das im In- und Ausland gern mit Münchens Glamour-Image wirbt.

60.000 Gäste im Jahr

Auf dem Campingplatz (300 Zelt- und 250 Wohnmobilplätze) schlafen laut dem städtischen Kommunalreferat, das für den Betrieb zuständig ist, jedes Jahr 60 000 Gäste. Die Hälfte davon aus dem Ausland, vor allem Italiener, Österreicher, Schweizer, Engländer bis hin zu Ukrainern oder Letten. Nicht nur während der Wiesn ist hier die Welt daheim, sondern auch den ganzen Sommer über. „Jeder zehnte München-Gast kommt zu uns“, rechnet Pächter Gerd Folger vor.

Nun mag sich Kommunalreferent Axel Markwardt die Klagen nicht länger anhören und will die Anlage sanieren – auf ein nobles Drei- oder Vier-Sterne-Niveau. Letzteres klassifiziert der Bundesverband der Campingwirtschaft (BVCD) so: „Erstklassig in der Gesamtausstattung, mit gehobenem Komfort und Einrichtungen in gehobener und gepflegter Qualität.“

„Der bauliche und technische Zustand entspricht nicht mehr den heutigen Anfordernissen“, argumentiert Markwardt in seiner Vorlage für den Stadtrat, wo er sich am Donnerstag eine Sanierung absegnen lassen will.

Was genau auf der rund fünf Fußballfelder-großen Anlage verändert werden soll, ist noch nicht festgezurrt. Markwardt schlägt vor, drei der fünf Waschgebäude (in denen insgesamt 50 Toiletten und 30 Duschen untergebracht sind) wegzureißen und ein topmodernes zentrales Sanitärhaus mit Öko-Standards neu zu bauen. Auch die Wasserleitungen will er modernisieren und die Gastrofläche auf dem Gelände schicker machen.

Bald auch im Winter offen?

Bislang ist der Campingplatz nur in der Sommersaison von 15. März bis 31. Oktober offen. Das Wirtschaftsreferat plädiert dafür, das Edel-Areal künftig, auch im Winter für Camper zu öffnen – immerhin lassen sich die Gebäude dann ja heizen.

Nur: Ganz so günstig schlafen wird man dann aber wohl nicht mehr können: Noch zahlen Campinggäste pro Nacht moderate 9 Euro pro Person im Zelt und 29 Euro für eine vierköpfige Familie mit Wohnwagen und Stromanschluss. Was danach für die Gäste an Kosten anfällt? Das mag jetzt noch keiner kalkulieren.

 

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