Thalkirchner Campingplatz Das neue Nobel-Camping in München

So könnte der sanierte Platz einmal aussehen: Zelte auf den Wiesen (hellgrün), Wohnmobile auf den blauenund orangen Flächen, 35 kleine Bungalows entlang der Zentralländstraße (auf dunklem Grün) und die modernen Sanitärgebäude (rot) übers Gelände verteilt. Foto: Kommunalreferat

Winterfeste Bungalows, beheizte Duschen, Wlan und ein Biergarten: Im Herbst 2017 könnte der 5,2 Millionen Euro teure Umbau zum 4-Sterne-Platz beginnen.

Thalkirchen - Schick wird das mal, wenn die maroden Waschhäuser weg sind und dort stattdessen nagelneue beheizte stehen. Dazu fesche Gästebungalows mit Heißwasser, Strom und Wlan, ein neues Empfangsgebäude und ein lauschiger Biergarten:

 

Es geht voran mit den Planungen zum Thalkirchner Campingplatz, der von einer lustigen Absteige für Rucksackreisende und Camper zum noblem 4-Sterne-Platz werden soll (AZ berichtete).

Nun hat der Stadtrat grünes Licht gegeben für die nächsten Schritte. Ab jetzt dürfen sich Architekten ans Werk machen und sich die Feinheiten überlegen für die Rundum-Modernisierung eines der Lieblings-Domizile vieler München-Besucher.

60.000 Gäste pro Sommer

An die 60.000 Gäste schlafen bislang jedes Sommerhalbjahr auf dem Campingplatz mitten im Landschaftsschutzgebiet direkt an der Isar (vier Kilometer von der City), auf dem es 300 Zelt- und 250 Wohnwagenplätze gibt.

Die Hälfte der Urlauber kommt aus dem Ausland, es sind Italiener, Österreicher, Schweizer, Engländer bis hin zu Ukrainern oder Letten. Nicht nur während der Wiesn ist auf dem fünf Fußballfelder großen Areal die Welt daheim: Jeder zehnte München-Gast nächtigt in Thalkirchen, hat Campingplatz-Pächter Gerd Folger mal vorgerechnet.

In den letzten Jahren gibt es allerdings immer wieder Beschwerden über das Gelände, das seit der Öffnung 1953 in die Jahre gekommen ist. Camper stellen Fotos von gammligen Toiletten ins Internet, von Spinnweben in schmuddligen Duschen, von rostigen Wasserhähnen. Und schreiben auf Bewertungsportalen wie TripAdvisor oder HolydayCheck unappetitliche Kommentare über die Hygiene-Zustände vor Ort.

Kommunalreferent Axel Markwardt will die Anlage nun nicht nur für rund 5,2 Millionen Euro auf ein nobles 3- oder 4-Sterne-Niveau aufhübschen, sondern auch umrüsten zum Ganzjahresbetrieb – damit auch im Winter Camper hier übernachten können.

Das sind die Neuerungen

Was wird konkret neu? Die bestehenden fünf Häuser mit Sanitäranlagen kommen weg. Stattdessen wird’s drei neue Waschhäuser mit Heizung Duschkabinen, Waschbecken, Warmwasser und Ökostandards geben. In einem davon richtet die Stadt im Obergeschoss ein Bettenlager ein. Das bisherige verschwindet und wird zum Wohnmobilstandplatz.

Auf dem neuen Areal soll es dann 150 Plätze für Wohnwagen und weitere 150 für Wohnmobile geben, dazu 100 Plätze für Zelt-Camper. Zu den Standplätzen soll flächendeckend Strom verlegt werden, sogar eine Wlan-Versorgung ist angedacht. Begehrt dürften die rund 35 neuen und unterschiedlich großen Gästebungalows mit rund 100 Betten werden – für Gäste, die ohne Zelt oder Wohnwagen anreisen.

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Auch das aktuell eher windige Empfangsgebäude wird neu gebaut. Da soll die Rezeption dann in einen Kioskbereich übergehen. Geplant ist ein Imbiss, ein neuer Biergarten und ein gehobener Gastro-Innenbereich – mit frostsicheren Leitungen, damit der Betrieb auch im Winter bequem weiterlaufen kann.

Los gehen könnte es laut Axel Markwardt im Herbst 2017. Dann wird über vier Jahre in mehreren Bauabschnitten gewerkelt, hauptsächlich während der Schließzeiten oder in der Nebensaison, damit der Campingbetrieb weiterlaufen kann.

Und wie teuer wird dann am Ende die Nacht auf dem Münchner Campingplatz? Dazu mag das Kommunalreferat noch keine Schätzung abgeben. Sicher ist wohl nur: Es wird „nicht halb so teuer“, wie eine Nacht im Hotel.

 

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