Test Kia Ceed Kombi und XCeed Plug-in gegen Mild-Hybrid: Wer passt zu wem?

Schicker Korea-Kombi mit inneren Werten: der Kia Ceed Sportswagon mit Plug-in-Hybridantrieb. Foto: Rudolf Huber

Wie viel Elektro-Antrieb soll es sein? Reicht der sparsame Mild-Hybrid - oder soll es doch ein Auto mit Steckdose und Verbrenner sein? Wir haben es ausprobiert.

 

München - Die Elektrifizierung unserer Mobilität ist ein Dauerthema. Doch es gibt beim Auto viele Wege, um möglichst umweltfreundlich unterwegs zu sein. So rüstet beispielsweise Kia die Ceed-Familie mit diversen Antrieben mit Strombeteiligung aus. Was können die – und wie fährt es sich mit ihnen im Alltag? Diesen Fragen sind wir bei einem Doppeltest des Ceed Plug-in-Kombi und des XCeed mit mildem Hybrid-Diesel nachgegangen.

Zuerst also der Sportswagon mit Steckdose. Er wird von einem 1,6-Liter-Benziner mit 105 PS, oder von einem 60,5 PS starken E-Motor angetrieben. Oder von beiden, dann mit einer Systemleistung von 141 PS. Wichtiger für einen ordentlichen Durchzug ist allerdings das Drehmoment. Das liegt bei 265 Newtonmetern, und das schon zwischen 1000 und 2400 Umdrehungen. Heißt: Der 1,6-Tonner geht von unten raus ordentlich ab, unterstützt wird der Vorwärtsdrang von einem sechsstufigen Doppelkupplungsgetriebe. Eine angenehme Kombination.

Einschränkungen bei Reichweite

Die versprochenen 60 Kilometer rein elektrische Reichweite sind nur mit äußerster Zurückhaltung zu schaffen. Realistisch für Normalo-Autofahrer sind um die 40 bis 45. Aber auch damit kann man im Alltagsleben durchaus etwas anfangen – vor allem, wenn man leicht zugängliche Gelegenheiten hat, den 8,9-kW-Akku zu laden. Von null auf 100 Prozent dauert das an einer 240-Volt-Station, die 3,3 kW Energie liefern kann, gute zwei Stunden.

Bei artgerechter Nutzung, also bei regelmäßigem Nachladen und Kurzstreckenbetrieb, sind die beim Normverbrauch ausgewiesenen bis zu 1,3 Liter Sprit und die bis zu 11,2 kW Strom pro 100 Kilometer nicht ganz, aber annähernd zu schaffen. Auf Langstrecke rücken sie aber logischerweise in weite Ferne. Dann wird zunächst der Stromtank geleert, dann nimmt sich der Benziner um die 4,5 bis 6,5 Liter pro 100 Kilometer. Das bleibt im Rahmen und Reichweitenangst muss sowieso niemand haben. Dazu bietet der Korea-Kombi gut Platz für die Passagiere, etwas weniger Kofferraumvolumen als mit Nur-Verbrenner, ordentliche Fahrleistungen (195 Spitze, 10,8 Sekunden für den 100er-Sprint) und eine üppige Komfort- und Sicherheitsausstattung.

Womit wir zur milderen Elektrifizierungsvariante kommen. Beim Zweiten im Bunde namens XCeed 1.6 CRDi 48V DCT mit 48-Volt-Bordnetz und Lithium-Ionen-Batterie kombiniert ein zwölf kW starker Startergenerator die Funktionen eines Elektromotors und der Lichtmaschine. "Er unterstützt beim Beschleunigen den Antrieb, dient aber auch zur Stromerzeugung und gewährleistet so eine hocheffiziente Energierückgewinnung", heißt es bei Kia. Eine elektronische Steuerung sorgt für nahtlose Übergänge zwischen Antriebs- und Lademodus. Ein fetter Pluspunkt ist die Umweltprämie von 6.750 Euro, die vom Basispreis des Ceed Sportswagon Spirit von 35 277,65 Euro abgezogen werden kann.

Weniger Emissionen im Vergleich mit bisherigen Dieselmotoren

Gegenüber den bisherigen Dieselmotoren sinken die CO2-Emissionen um bis zu 10,7 Prozent. Der XCeed 1.6 CRDi 136 EcoDynamics+ verbraucht laut Norm im Schnitt 4,4 Liter Diesel pro 100 Kilometer. Endlich mal eine realistische Angabe, so unsere Erfahrungen. Wer sich etwas zurückhält mit dem Gaspedal, wessen Fahrprofil viele Innerortsstrecken aufweist, bei denen viel rekuperiert und mit Stromunterstützung beschleunigt wird, der kann ganz entspannt klar unter fünf Liter Verbrauch bleiben. Auf der Langstrecke steigt der Konsum dann auf um die sechs Liter, aber dann geht es auch schon munter voran (in 10,1 Sekunden auf 100 km/h, 198 km/h Spitze). Der milde Hybriddiesel ist also völlig zu Recht in der Effizienzklasse A angesiedelt. Schick ist er auch, ansonsten auf dem Niveau des Ceed Kombi. Und als Spirit ab 30.257,48 Euro zu haben.

Welchen also wählen? Wenn es nur um den Preis geht, liegt der Plug-in-Kombi um exakt 1729,83 Euro günstiger. Aber das kann wohl nicht das entscheidende Kriterium sein. Wichtiger ist das Mobilitätsprofil, das abgedeckt werden soll. Ein praktischer Kombi, gerne auch für die Familie oder fürs Geschäft, mit vielen Fahrten im urbanen Raum und einer Wallbox in der Garage: dazu passt perfekt der Plug-in-Sportswagon. Wer oft weitere Strecken fährt, wenig Lust oder Gelegenheit zum Stromtanken hat und die wirklich angenehme Mildhybrid-Technik mit ihren günstigen Verbrauchswerten zu schätzen weiß, ist mit dem elektrifizierten Diesel gut bedient. Beide Antriebsversionen gibt es natürlich auch in der jeweils anderen Karossierieform – so kommt dann wirklich jeder an das Fahrzeug, das zu ihm und seinem Leben passt.

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